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Auf der Velobahn durch die Stadt sausen

Die Vision steht: In einigen Jahren sollen die Velofahrer auf Schnellkorridoren ohne lästige Lichtsignale und Kreuzungen durch Winterthur fahren. Jetzt will man bei der Stadt herausfinden, wie sich das umsetzen lässt. Es wird unter anderem eine Teststrecke eingerichtet.

«Diese Pläne können die Velostadt Winterthur in die nächste Dimension katapultieren», sagt Kurt Egli von Pro Velo. Er redet von den Veloschnellrouten, die im städtischen Gesamtverkehrskonzept (sGVK) eingezeichnet sind. In dem dicken Buch, das unzählige Karten und Skizzen enthält, hat die Stadtregierung festgehalten, welche Verkehrspolitik sie in den nächsten Jahren verfolgt. Das Dokument zeigt unter anderem eine Karte, in der sogenannte Velokorridore quer durch die Stadt führen (vgl. Karte unten). Die neuartigen Velowege sehen idealerweise wie folgt aus: Sie sind mindestens 3,5 Meter breit. Wenn immer möglich sind die Radfahrer dar­auf «alleine», die Fussgänger haben separate Wege. Die Strecken sind flach und haben nur wenige Kurven, schon gar keine scharfen. Damit man die «Velobahn» schnell erkennt, ist sie mit einem farbigen Belag oder Tafeln gekennzeichnet. Lichtsignale und Kreuzungen halten den Radfahrer nur selten auf, Unter- oder Überführungen sorgen dafür, dass man praktisch nicht mehr anhalten muss. Im Moment sei der Plan mit den derartig ausgestalteten Wegen noch eine «Vision», sagt Raffael Noesberger, Gesamtleiter Verkehr bei der Stadt. «Doch wir brauchen ihn als Zielvorgabe.» Wie das Ziel realisiert werden kann, soll nun eine Studie zeigen, die in diesen Wochen gestartet wird. Bis spätestens in zwei Jahren soll klar sein, über welche Strassen die Veloschnellrouten führen und was gebaut werden muss. Vorgesehen ist auch ein Pilotversuch: Vermutlich auf der Wart- oder auf der Hegistrasse wird 2014 ein Strassenabschnitt als Schnellroute markiert. Wesentliche Teile des Wegnetzes sollen anschliessend bis 2018 realisiert werden. Bestehende Wege integrieren Verschiedene Schnellrouten werden auf bestehenden Velowegen eingerichtet. So ist beispielsweise der Mattenbachweg Teil der Verbindungen. Auch wenn viele bekannte Velowege in das Routensystem integriert werden, soll das Projekt aber nicht nur eine Neuetikettierung des alten sein. «Es soll nochmals zu einer spürbaren Steigerung der Qualität im Velowegnetz kommen», sagt Noesberger. Dass die Routen nun zügig festgelegt werden, ist auch aus anderen Gründen wichtig. So können die geplanten Wege nämlich in den Richtplan eingetragen werden und es wird verhindert, dass das benötigte Land plötzlich bebaut wird. Auf dieses Problem ist man nämlich bei einem bereits laufenden Projekt gestossen. Zurzeit berät die Politik über den Verkauf des Landes beim Zeughaus. Die Gemeinderäte wollen dort nun aber extra abklären lassen, ob noch Land für die Veloschnellroute von Seen in die Altstadt reserviert werden muss. Genau an solch «neuralgischen» Punkten sei es wichtig, schon heute die Planung voranzutreiben, sagt Kurt Egli. «Wenn Winterthur die Velozukunft nicht verpassen will, darf das Schnellroutennetz kein Flickwerk werden.»

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