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aufgefallen Ausdeutschen, please!

Seit Anfang Monat hängen beim Haupteingang des ZHAW-Gebäudes am St.-Georgen-Platz zwei auffällige, dunkelblaue Banderolen. Das wäre an sich nicht weiter erwähnenswert, auch Supermärkte oder Autohändler pflegen ihre Lokale so zu schmücken. Stutzig macht hingegen der dar­auf zu lesende Text. Geworben wird nämlich für einen «Homecoming Day». Was zum devil ist denn das schon wieder, fragt sich der Passant ob des ihm unbekannten neudeutschen Begriffs. Wir klären ihn gerne auf.

Als «Homecoming» (in der hiesig gebräuchlichen Sprache: nach Hause kommen, Heimkehr) wird in den USA an Highschools und Colleges die Rück- oder eben Heimkehr in den Schulalltag zu Beginn des neuen Schuljahrs bezeichnet. Damit verbunden sind oft Begrüssungsreden, das erste Football-Spiel oder sogar Umzüge in der betreffenden Stadt.

Was das alles mit einer Schweizer Fachhochschule zu tun hat, fragen Sie. Das würden auch wir gerne wissen. Schon hören wir die Rechtfertigungsversuche der ZHAW-Verantwortlichen. Man müsse heute mit der Zeit gehen, nur schon wegen der Globalisierung. Und dazu gehöre eben der American Way of Life. «Homecoming» klinge im Übrigen sexier als «Heimkehr»; zumal für das Image einer höheren Wirtschaftsschule, die sich ganz offiziell als «School of Management and Law» bezeichnet. Überhaupt, was die Aufregung denn solle? Schliesslich werde auch an der ETH oder der Hochschule St. Gallen bei Studienjahrbeginn homegekommt.

Das mag alles sein – wir sind dennoch nicht überzeugt. Im Gegenteil. Die Initianten des Winterthurer Homecoming-Events haben vielmehr einen deutlichen Fingerzeig verdient. «Heichoo, heichoo – eis a d’Oore und dänn ooni Znacht is Bett!», heisst es im bekannten Hit der Mundartgruppe Schtärneföifi. Das wäre eine angemessene Strafe. Finden wir. (jpg)

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