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Aufgefallen: Keine Sommernacht in Spanien

Es war nicht eine laue Sommernacht in Spanien. Es war Zürich am Ende eines sehr kalten Märzabends, als um 20 Minuten vor Mitternacht der Cup-Halbfinal zwischen dem FCZ und dem FC Thun entschieden war. Wer sich trotz des späten Spielbeginns um 21 Uhr getraut hatte, mit den öffent­lichen Verkehrsmitteln anzureisen; wer auch nicht gerade im Zen­trum Zürichs wohnt, sondern in Winterthur, im Limmattal, in Schaffhausen oder am See – der geriet nun unter Druck, den letzten Zug heimwärts zu erreichen. Nach einem Heimspiel «seines» Vereins notabene. Weil auch die Trams nicht gerade im Stosszeitenrhythmus verkehrten, entschied sich mancher, ein Taxi zu kapern und so der Gefahr zu entgehen, nicht mehr nach Hause zu kommen. Wenigstens dieses Gewerbe hatte dann noch etwas davon, dass da ein Match ganz einfach zu spät angesetzt worden war – vor allem unter dem Diktat des Fernsehens. Insgesamt nur rund 20 000 kamen nach Basel, wo gegen Luzern um sieben begonnen wurde, und Zürich zu zwei attraktiven Halbfinals. Spätestens da müssen sich die Verbandsoberen überlegen, wie viel sie um des Geldes willen mit sich machen lassen wollen. Diese Lieblosigkeit, mit dem Traditionswettbewerb Cup umzugehen, ist sicher nicht die Art, Fussballfeste zu ermöglichen. Wie es mit Halbfinals an einem Sonntagnachmittag wäre, die dann auch für Kinder besuchenswert wären. Und um neun Uhr abends beginnt man in der Schweiz schon gar keinen Match. Ein kalter Märzabend hierzulande ist keine laue Sommernacht in Spanien.

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