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aufgefallen Vorwärts in die Vergangenheit

Wladimir Putin fordert von seinen Mitbürgern in seiner jüngsten Rede zur Lage der Nation, sich auf traditionelle russische Werte zurückzubesinnen. Der Präsident beklagt den Sittenverfall und den fehlenden Zusammenhalt im Lande.

In dieser Kritik ist auch die Entwicklung – oder die Stagnation – im nationalen Sport inbegriffen. Eines der Hauptziele Putins in seiner dritten Amtszeit ist es, Russland wieder zu einer ähnlichen sportlichen Grossmacht wachsen zu lassen, wie die Sowjetunion vor dem Zusammenbruch 1991 es war.

Verschiedene Massnahmen sollen kurzfristig für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi greifen, aber es sind auch grundlegende Schritte eingeleitet, die erst später wirksam sein werden. Der Studentensport ist neu wieder förderungswürdig. Er erachte es als absolut notwendig, die Idee einer Vereinigung von Studenten-Sportschulen zu unterstützen, sagte Putin in einer Rede im Parlament. Eine solche Organisation würde nicht nur die Entwicklung des Sports an den Universitäten fördern, sondern würde auch soziale Vorteile für talentierte, interessierte und aktive Jugendliche bringen.

Die Vorstellung seiner Pläne mit den Studenten kam nur einen Tag, nachdem Putin bahnbrechende Änderungen in der Armee angeordnet hatte. Eine spezielle Sportkompanie im russischen Militär solle eingeführt werden. Das Beispiel des Ringers Roman Wlasow, der im Sommer in London Olympisches Gold gewonnen hat, im letzten Monat aber in den Militärdienst einberufen wurde, hat Putin aufgeschreckt. In Russland existiert eine einjährige Wehrdienstpflicht, die jeder gesunde Mann zu erfüllen hat.

Der Präsident will Sportler von diesem Karriereknick verschonen – und gleichzeitig verhindern, dass sie den Militärdienst verweigern. Es soll eine Kompanie mit der Kapazität für 400 Sportler gebildet werden, bis Ende Februar hat das Verteidigungsministerium Zeit für die Umsetzung, die Besten werden aufgenommen.

Das sieht definitiv nach einem Vorwärts in die Vergangenheit aus. In die Zeiten der Sowjetunion nämlich, als der ZSKA Moskau, der zentrale Sportklub der Armee, Basis für viele erfolgreiche Sportler war. (jch)

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