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aufgefallen Zuppiger knüpft Kontakte

Peking/Zürich. Bundesrat Johann Schneider-Ammann weilt derzeit auf Wirtschaftsmission in China. Ziel ist es, die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen voranzutreiben. Wie immer bei Auslandsbesuchen eines Regierungsmitglieds hat auch Schneider-Ammann eine grosse Entourage von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Medien im Schlepptau. Mit bundesrätlicher Unterstützung sollen sich neue Türen öffnen. Überraschend ist auch der Zürcher SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger (Bild) mit dabei. Die Kameras des Schweizer Fernsehen haben ihn unter anderem beim Händeschütteln mit chinesischen Vertretern und beim anschliessenden Dîner des chinesischen Handelsministers eingefangen. Zur Erinnerung: Gegen Zuppiger läuft seit Anfang Jahr ein Strafverfahren wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung. Es geht dabei um eine mutmasslich zweckentfremdete Erbschaft. Die Vorfälle wurden durch einen Artikel der «Weltwoche» kurz vor den Bundesratswahlen im letzten Dezember ans Licht gebracht, zu denen Zuppiger hätte antreten sollen. Die Untersuchungen der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft dauern an: «Wir wollen sie noch dieses Jahr abschliessen», sagte Sprecherin Corinne Bouvard gestern.

Trotz des Strafverfahrens war Zuppiger im Tross von Schneider-Ammann willkommen: Er sei noch immer Mitglied des Parlaments und auch Präsident der parlamentarischen Gruppe Schweiz-China, so Departementssprecher Rudolf Christen. Zudem komme er für seine Reisekosten selber auf. Zuppiger, der für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, dürfte in China denn auch Eigeninteressen verfolgen. Gründete er doch 2011 zusammen mit einem chinesischen Partner die Firma Swiss China Management Group, die chinesische wie Schweizer Unternehmen bei ihrer Geschäftstätigkeit im jeweils anderen Land beraten will. Trotz diesem neuen Standbein hält Zuppiger aber weiterhin an seinem Nationalratssitz fest. Zu einem Rücktritt komme es erst, «falls eine Anklage oder ein Strafbefehl erfolgt», wurde mit der SVP vereinbart. (ldc)

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