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Aufmerksamkeit statt Tabletten für Kinder

Kinder sollten nur im Notfall Medikamente einnehmen. Damit das auch Migranten verstehen, lassen die Zürcher Stellen für Suchtprävention eine Broschüre ­ in 13 Sprachen übersetzen.Was Eltern tun können

Der Medikamentenmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen ist eine stille Sucht. Sie spielt sich im Versteckten ab, stört den öffent­lichen Raum nicht – und bleibt deshalb oft unentdeckt. Für die Suchtprävention im Kanton Zürich ein guter Grund, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Und zwar auch jene Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Denn: «Das Thema geht alle ­etwas an», sagt Joseph Oggier, Projektleiter bei der Zürcher Fach­stelle zur Prävention des Alkohol- und Medikamentenmissbrauchs. Und weil die Menschen bei einem tabuisierten Thema am besten über die Muttersprache zu erreichen sind, haben die Zürcher Stellen für Suchtprävention ihre im Frühling neu herausgegebene Broschüre «Medikamente bei Kin­dern und Jugendlichen» nun in 13 Sprachen übersetzen lassen. Im November werden die Flyer also etwa auch auf Albanisch und Somalisch erhältlich sein. In Moscheen und Läden Die Broschüren werden aber nicht nur aufgelegt, sondern aktiv verteilt – in Vereinen, Moscheen, Läden. Da es sich um ein heikles Thema handle, sei es enorm wichtig, «dass die Leute alle Informationen richtig verstehen», sagt Og­gier, der gleichzeitig Co-Leiter der Fachstelle für interkulturelle Suchtprävention und Gesundheitsförderung ist. Ein Teil der Migranten würde Medi­kamente oft in ihren Herkunftsländern kaufen und müsse daher speziell auf das Thema aufmerksam gemacht werden. Denn dort liessen sich in der Schweiz rezeptpflichtige Medikamente häu­fig rezeptfrei beschaffen. «So fehlt oft die Beratung vor der Einnahme des Medikaments», sagt Og­gier. Hinzu kommt, dass ge­wis­se Migranten bei Beschwerden rascher zu Medikamenten greifen würden. Andere hingegen seien sehr zurückhaltend: «Etwa jene mit einer starken Naturheilmittel-Tradition», sagt Og­gier. Tat­sache ist, dass in der Schweiz über 60 000 Personen von Medikamenten abhängig sind. Stark abhängig machen können insbesondere Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerz­mittel. Fast 8 Prozent der 15-Jäh­rigen sind laut einer Umfrage schon damit in Berührung gekommen. Wie die Zahlen bei Kin­dern aussehen, kann Og­gier nicht sagen. Es lasse sich etwa auch nicht kontrollieren, wer was im Internet bestelle. Dort sind Medikamente frei zugänglich. Doch besonders Kinder und Jugend­liche sollten laut der Zürcher Suchtprävention Medi­kamente sehr vorsichtig konsumieren. Denn: «Sie wirken anders als bei Erwachsenen», sagt Oggier (siehe angehängter Artikel).

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