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Aufregung um Landkauf-Gerücht

In der Gemeinde Dinhard steht viel Landwirtschaftsland zum Verkauf. Interesse daran habe auch die Stadt Winterthur, heisst es in Landwirtschaftskreisen. Was ist an den Gerüchten wahr?

Die Nachricht sorgte vor einigen Monaten unter den Landwirten der Region für ziemliche Aufregung. Und schon bald wurde sie mit Gerüchten garniert, die heute noch in Umlauf sind. Die Stadt Winterthur wolle in Welsikon 30 Hektaren Wiesen- und Ackerland kaufen, hiess es. Dabei sei man schon bei den zuständigen kantonalen Behörden vorstellig geworden, um Möglichkeiten auszuloten, das Landwirtschaftsgesetz zu umgehen. Und das zum Nachteil der jetzigen Pächter, die an sich ein Vorkaufsrecht hätten. Am Land interessiert sei die Stadt, um städtischen Pächtern bei Umzonungen einen Ersatz bieten zu können, wurde geargwöhnt. Worum ging beziehungsweise geht es? Implenia will verkaufen In den boomenden Sechzigerjahren kaufte der Sulzer-Konzern in grossem Stil Landparzellen insbesondere auf Stadtgebiet, aber auch in umliegenden Gemeinden. So 30 Hektaren Landwirtschaftsland in Welsikon, wo die Firma ursprünglich ein Sportzentrum errichten wollte. 12 Hektaren davon gehören heute nach wie vor der Sulzer-Pensionskasse, 18 Hektaren hingegen gingen in den Besitz von Implenia über, als diese vor zwei Jahren den Immobilien- und Landbesitz des Winterthurer Konzerns übernahm. Dieses Landwirtschaftsland sollte also wieder verkauft werden. Dass es Kontakte zwischen der Stadt und Implenia gegeben habe, stellt Erich Dürig, Leiter des Bereichs Immobilien, nicht in Abrede. Allerdings sei die In­itia­ti­ve von Seiten der Verkäuferin gekommen. Aktive Landkaufpolitik ausserhalb der Stadtgrenzen würde nicht betrieben. «Wenn man uns aber etwas anbietet, schauen wir es uns an», sagt er. Das sei im Fall Welsikon der Fall gewesen. An Landwirtschaftsland sei man unter Umständen interessiert, um solches für «unsere Bauern» sicherzustellen. Die Stadt habe auch abgeklärt, ob sie gemäss geltendem Gesetz überhaupt als Käuferin in Frage komme. Das sei aber nicht der Fall, da die fraglichen Parzellen ausserhalb des vorgeschriebenen Radius von sechs Kilometern von einem der acht städtischen Landwirtschaftsbetriebe liegen. Zudem wurde bekannt, dass die heutigen Pächter ihr Vorkaufsrecht ziehen wollten. «Für uns ist die Angelegenheit damit abgeschlossen», sagt Dürig. Pächter erleichtert «Wenn ich das Land hätte abgeben müssen, wäre für uns gleich Schluss gewesen», meint der Welsiker Landwirt Hansruedi Hohl, Pächter von 7 der 18 Hektaren, um die verhandelt wird. Zusammen mit drei Berufskollegen hat er vor zehn Jahren einen Gemeinschaftsstall für 125 Milchkühe und Rinder gebaut. Einer davon ist Ernst Huber, Pächter von 6 Implenia-Hektaren. «Für uns wäre das eine Katastrophe gewesen», sagt auch er. Inzwischen haben die drei betroffenen Landwirte ihr Interesse bekundet und Implenia ihre Offerte unterbreitet. Noch warten sie auf einen Entscheid. Pikantes Detail: Kommt der Handel zustande, müsste eigentlich von einem Rückkauf gesprochen werden. Das fragliche Land hatte Sulzer seinerzeit nämlich Hubers Grossvater abgekauft. Es würde somit – wenigstens zum Teil – in ursprüng- lichen Familienbesitz zurückkehren.

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