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Aufseherin schmuggelte Drogen ins Gefängnis

Drei Mitarbeiter des Gefängnisses Affoltern am Albis gerieten selbst ins Visier der Staatsanwaltschaft. Gegen zwei wurde nun ein Strafverfahren eingeleitet.

47'000 Franken soll ein leitender Aufseher des Bezirksgefängnisses Affoltern am Albis ZH in die eigene Tasche gesteckt haben. Und einer 29-jährigen Aufseherin wirft die Staatsanwaltschaft vor, sie habe die Insassen mit Drogen versorgt. Beide Angeschuldigten sind geständig.Wie die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis heute in einer Medienmitteilung schreibt, soll die 29-Jährige zwischen zirka September 2013 und ihrer Verhaftung Anfang Juli 2014 die Insasses regelmässig Marihuana, Kokain und geringe Mengen Anabolika ins Gefängnis geschmuggelt haben. Zudem soll sie den Insassen auch Fastfood geliefert haben. Sie wird wegen Amtsmissbrauch und Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz angeklagt.

Mehrere Jahre Geld eingesteckt

Das Treiben der Frau war Anfang Juli 2014 aufgeflogen. Von Gefängnisinsassen seien Hinweise gekommen, sagte Staatsanwältin Claudia Wiederkehr zur Nachrichtenagentur sda. Im Laufe der Ermittlungen sei man dann auf den zweiten Fehlbaren gestossen. Beide mutmassliche Delinquenten wurden damals fristlos entlassen. Demnächst wird Wiederkehr Anklage erheben.Einem 47-jährigen leitenden Aufseher wird vorgeworfen, seit zirka 2012 regelmässig Bargeld aus der Gefängniskasse entwendet und für eigene Zwecke verwendet zu haben. Über die Jahre sollen so rund 47'000 Franken abgezweigt worden sein. Er wird wegen mehrfacher Veruntreuung und Urkundenfälschung angeklagt.Gefängnisleiterin suspendiert Ein drittes Verfahren, das Vorwürfe gegen einen Kadermitarbeiter untersuchte, wurde eingestellt. Ihm war vorgeworfen worden, dass er gegen Geld den Insassen unerlaubterweise Urlaubstage gewährt haben soll. Diese Vorwürfe hätten sich nicht erhärten lassen.Der Gefängnisleiter war nach Bekanntwerden der Delikte seiner Mitarbeitenden suspendiert worden. Die Staatsanwaltschaft habe ihn und weitere Mitarbeitende - wie üblich in solchen Fällen - einvernommen, erklärte Rebecca de Silva, Sprecherin des kantonalen Amtes für Justizvollzug. Es hätten sich jedoch keine «strafrechtlich relevanten Verdachtsmomente» ergeben.

Hausdurchsuchung im Gefängnis

Ob die ganze Angelegenheit für den Gefängnisleiter allenfalls doch noch Folgen hat, ist noch offen. Noch hängig sind nämlich laut de Silva interne Abklärungen zu Führungsfragen. Sie stützen sich namentlich auf die Untersuchungsergebnisse der Strafuntersuchung und der kantonalen Finanzkontrolle.Bei einer grossen Hausdurchsuchung am 10. Oktober kontrollierte die Polizei schliesslich, ob sich weitere Drogen oder Drogenutensilien in der Haftanstalt befinden. 30 Polizisten, unterstützt durch vier Diensthunden, durchsuchten das Gebäude. Da keine weiteren Gegenstände oder Drogen gefunden wurden, wurden keine weiteren Verfahren gegen Mitarbeitende oder Insassen des Gefängnisses eröffnet.

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