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Augenschmaus und Amuse-Bouche

In der Zelglitrotte in Hettlingen findet ab heute bis Sonntag die traditionelle Herbstausstellung mit Kunsthandwerk statt. Elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen auf den zwei Etagen des historischen Gebäudes Kunst und Handwerk. Die Ausstellung wird seit 20 Jahren im Zweijahresrhythmus von Edith und Dieter Lösch vom Atelier Perle in Hettlingen in ehrenamtlicher Arbeit organisiert. «Wir besuchen die Ateliers und wählen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sorgfältig aus», so Edith Lösch während einer Vorbesichtigung. Wichtig sind ihnen Vielfalt und Qualität der gezeigten Arbeiten. Dies Jahr haben sie vier neue Kunsthandwerker nach Hettlingen eingeladen, «dies sorgt für Abwechslung und die neuen Kunsthandwerker bringen neues Publikum», sind die zwei überzeugt. Die Aussteller kommen aus Hettlingen, Winterthur sowie aus der weiteren Region. Schön und spannend zugleich Zu sehen ist ein bunter Strauss von Keramik über Seidenmalerei, Filz, Ledertaschen, Glasperlen, Aquarelle, Konfekt bis zu selbst gemachten Zwetschgenlikör. Alles von den Teilnehmern liebevoll auf Tischen und Schauständern drapiert. Die Organisatorin hat für alle Tische Hauben genäht, damit der Raum trotz Vielfalt der Exponate einheitlich aussieht, und sie hat die Pflanzen in der Gärtnerei Rüegg organisiert, um den Besuchern ein schönes Ambiente zu bieten. Kunsthandwerksausstellungen sind ein Augenschmaus, wer aber nicht nur guckt, sondern auch zuhört, kann eine Menge lernen. Bei Dieter Lösch erfährt man nicht nur, wie komplex die Herstellung einer Glasperle ist, sondern auch, welche Bedeutung Perlen einst beispielsweise in den Kolonien als Zahlungsmittel hatten. Ingrid Meier und Silvia Schmid könnte man stundenlang zuhören – bis man begreift, wie viel Technik und Know-how in diesen so verspielt wirkenden Kreationen stecken und wie das Craquelé in die Raku-Keramik kommt. Auf dem Weg ins obere Geschoss erfährt man, war­um eine Handtasche je nach Leder ein paar Tausend Franken kosten und wie man imitiertes von ­echtem Straussenleder unterscheiden kann. In der oberen Etage führt einen die Künstlerin Renate Clematide in die Malweise ihrer Aquarelle ein. Wieder unten fällt der Blick auf die Pralinen-Créations von Anne Marie Wieser – hier gibt es nicht nur Augenschmaus, sondern auch süsse Amuse-Bouches. Wie die gemacht werden? Lernt man beim Verkosten.

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