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Augenzwinkernde Lebensfreude

Der Maler François Viscontini stellt wieder im Atelier Alexander aus. Viel Bewährtes, etwas Neues und eine Provokation.

Nun blasen sie wieder. Die schwarzhäutigen Saxofonisten aus Sokoto machen bunte Musik. Es sind Muslims mit hohen, verzierten Hüten, erzählt François Viscontini. Sie haben einen Doppelstockbus bestiegen, der sie nach Zürich bringt. «All diese guten Musiker kommen zu uns», schwärmt der Maler, der selbst kein Instrument spielt, von seiner Fantasie beflügelt. Andere fahren mit Booten übers Meer, die Trompeten an die Lippen gesetzt. «Musikalische Viscompositionen» nennt der Maler die Impressionen – ein Wortspiel wie sein Kürzel «Visco».

Geboren in Paris als Sohn eines Algeriers und einer Rumänin, war Viscontinis Kindheit von langen Bahn- und Schiffsreisen geprägt. Das Leben in Afrika kennt er genau, auch die düsteren Töne, beispielsweise von Aufenthalten in Kinshasa. In seinen Werken greift er jedoch das lebensfrohe Treiben auf. Auch die «kubistischen» nackten Frauen mit dem detailliert ausgear­bei­te­ten Schamhaar gehören dazu.

Reise ins Abstrakte

Unter den meist kleinformatigen Bildern im Atelier Alexander fallen einige abstrakte Arbeiten auf. Es sind die neuesten Werke des bald 70-jährigen Künstlers. Sie sind nicht weniger leuchtend, allerdings laufen hier die Farben ineinander zu sinnfreien Mandalas. In jedem Mann stecke ein stolzer Gockel, kommentiert er das dominante Motiv der Ausstellung: den Hahn. Seine Hähne begegnen sich, beobachten sich und schauen sich scharf in die Augen. Semi-konkret nennt Viscontini diesen Stil.

Seine Arbeiten zeigen eine Nähe zur naiven Malerei und zur Art brut. Er male immer alles mit Humor, erklärt Viscontini weiter. In seinen Bildern stecke nicht zu viel Tiefgang. Das trifft wohl auch für die kleine Provokation zu, die er in die dichte Hängung eingereiht hat; eine nicht wirklich jugendfreie Sexorgie mit erkennbar männlichen und weiblichen Globi-Figuren.

François Viscontini

Bis 15. Februar, Atelier Alexander, Wülflinger­strasse 258 Öffnungszeiten:

Di–Fr 9–11.50 und 14–18.30 Uhr, Sa 9–16 Uhr

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