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Aus Abfallhalde wird Naturschutzgebiet

Neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere: Die einstige Deponie Hinterfeld der Firma Sulzer in Wildberg wird in eine Magerwiese verwandelt.

Die ehemalige Deponie Hinterfeld, die sich westlich von Wildberg an der ­Rikonerstrasse befindet, liegt seit einigen Jahren brach. Der Winterthurer Industriekonzern Sulzer, dem das Land gehört, hat hier früher Abfallprodukte aus der Giesserei entsorgt. Etwa um die Jahrtausendwende herum ist die Grube zugedeckt worden. Sie wurde jedoch nicht für die landwirtschaftliche Nutzung rekultiviert. «Seither wuchert alles etwas vor sich hin», sagt Eugen Temperli von der kantonalen Fachstelle Naturschutz. Auch Neophyten wie etwa die Goldrute hätten sich angesiedelt.

«Fläche ist ein Glücksfall»

Doch jetzt soll das Gelände, das knapp eine Hektare umfasst, aufgewertet und in ein Naturparadies verwandelt werden. Die kantonale Fachstelle Naturschutz hat mit Sulzer eine entsprechende Vereinbarung getroffen. «Diese Fläche ist ein absoluter Glücksfall», sagt Temperli. Sie liegt aus naturschützerischer Sicht ideal, weil sie an die kantonalen Naturschutzgebiete Kiesgrube Weiher und das Waldgebiet Tobel angrenzt. Die ehemalige Deponie ist zwar im Kataster der belasteten Standorte eingetragen. Untersuchungen haben gemäss Temperli aber gezeigt, dass die Altlasten keine Gefahr für das Grundwasser darstellen.

Das Ziel ist es, die Fläche als Magerwiese zu gestalten und typische Pflanzen- und Tierarten zu fördern, die trockene bis wechselfeuchte Standorte lieben. So will die Fachstelle Naturschutz laut einer Medienmitteilung neuen Lebensraum für den gewöhnlichen Wundklee, den echten Dost oder die Kuckuckslichtnelke, aber auch für verschiedene Schmetterlingsarten und die Zauneidechse schaffen.

Auf einer Fläche von etwa 2500 Quadratmetern wird auf dem Gelände Wandkies eingebracht. Dieser Teilbereich wird im nächsten Sommer mit Schnittgut einer trockenen Magerwiese aus der Region begrünt. Die restliche Wiesenfläche wird planiert, damit sie künftig gemäht werden kann. Erdmaterial wird keines abgeführt. Am Rand werden einzelne Sträucher und eine Linde gepflanzt. Holzbeigen sollen den Amphibien und Reptilien Unterschlupf bieten. Ein Landwirt wird die gesamte ehemalige Deponiefläche künftig regelmässig mähen.

Lastwagenverkehr im Dorf

Die Kosten von rund 75 000 Franken für die Aufwertungsmassnahmen trägt der Kanton. Dafür wird die Fläche dann als Naturschutzgebiet ausgewiesen und nachhaltig gepflegt. Eigentlich hätten die Arbeiten bereits heute Montag beginnen sollen. Der Baustart musste aber wegen der Regengüsse in den letzten Tagen verschoben werden. Laut Temperli werden die Arbeiter aber noch diese Woche loslegen. Eine Altlastenspezialistin wird das Projekt begleiten. Während der Bauzeit müssen die Wildberger Einwohner mit Mehrverkehr und Lärm rechnen. Rund zwei Wochen lang werden Lastwagen durch das Dorf fahren, um die nötigen 1000 Kubikmeter Kies über die Rikoner­strasse zur Baustelle zu fahren. Die Arbeiten sollten bis Anfang Oktober abgeschlossen sein. (fam)

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