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Aus der Katastrophe zu zwei Punkten

Die Kloten Flyers holten gegen Lugano ein 0:2 auf und holten sich im Penaltyschiessen zwei lange unerwartete Punkte.

War es die Nachricht von der Rückkehr Peter Muellers? Wenn ja, dann hat die Verpflichtung des Amerikaners (bis Saisonende) schon vor seiner Ankunft eine erste Wirkung getan. Die Kloten Flyers begannen zwar zum wiederholten Mal in dieser Saison das Spiel katastrophal. Sie irrten gegen Lugano in der eigenen Zone wie ein wirklicher Hühnerhaufen herum und waren auf dem Weg in die nächste schmerzliche oder happige Niederlage. 0:2 lagen sie schon nach 13 Minuten zurück, ein Time-out nahm Trainer Felix Hollenstein nicht. Das hatte er bereits x-mal in dieser Saison schon getan.

Die Botschaft am Videowürfel «Wir feiern 80 Jahre Klotener Eishockey» wirkte wie ein Hohn. Doch dann ging plötzlich ein Ruck durch die Mannschaft, und am Ende hatte sie nicht nur zum 2:2 ausgeglichen, sondern war sie plötzlich besser als Lugano. Dank Martin Gerber, der sie in den 60 Minuten davor vor einem weiteren Gegentreffer bewahrt hatte, siegten sie im Penaltyschiessen mit Treffern von Victor Stancescu und Romano Lemm sowie vier Gerber-Paraden 2:0.

Starkes Zeichen

In dieser Lotterie-Entscheidung war das letzte starke Zeichen dafür zu sehen, dass diese Mannschaft – obwohl man starke Zweifel haben kann – doch noch lebt. Denn Captain Victor Stancescu, in der 58. Minute von einem Puck getroffen, hatte sich im Gesicht nähen lassen müssen und kehrte zum Penaltyschiessen zurück. Er lief als Erster an – und traf.

Stancescus Vorgänger in Sachen aufopferungsvolle Spielweise waren Steve Kellenberger und Cyrill Bühler gewesen, die sich in den ersten elf Minuten in Lugano-Schüsse geworfen hatten und mit Schmerzen weiterspielten. Dass Marcel Jenni in der 16. Minute nach einem Sturz in die Bande ausschied (und zur Untersuchung ins Spital gebracht wurde), war Beweis dafür, dass der «Altmeister» noch immer bereit ist, vorauszugehen. Vor vielen andern.

Verteidiger Patrick von Gunten war einer, der zur Wende zum Besseren im Mitteldrittel sorgte. Mit einigen kernigen Checks verschaffte er sich in der Lugano-Zone Respekt. «Es kann nicht sein, dass die gegnerischen Verteidiger ein schönes und ungestörtes Leben haben», sagte er. Einige Kollegen folgten seinem Beispiel, und dann begannen die Kloten Flyers sogar noch zu laufen. Das brachte ihnen, ohne den kranken Santala, das eine oder andere Überzahlspiel ein. Und obwohl das nicht läuft, war die dritte Lugano-Strafe doch Anlass für eine Premiere: Corsin Casutt, der am Dienstag in Salzburg das einzige Klotener Tor erzielt hatte, schoss mit dem 1:2 das erste Meisterschaftstor für die Flyers.

Sie müssen laufen

Die weiteren Überzahlversuche waren höchst bemühend anzuschauen. Wäre das Powerplay so, dass es auch den Namen verdient, hätten die Flyers gar noch vor dem Penaltyschiessen gewonnen.So aber mussten sie froh sein, dass mit Michael Liniger nach 46 Minuten ein zweites «Sorgenkind» zum Ausgleich und zum ersten Mal in dieser Saison traf (mit dem ersten Skorerpunkt Bodenmanns).

«Wir gehen immer viel zu passiv in den Match», erklärte Von Gunten. Abwarten ist nicht das Spiel der Flyers, sie müssen laufen. Es dürfte doch wohl möglich sein, einmal von Beginn weg so zu spielen, dass man einen Gegner unter Kontrolle hat. Oder zumindest einmal den ersten Treffer der Partie erzielt. Die Saison ist für die Flyers zehn Partien alt, und noch immer hat der Gegner bisher zuerst getroffen.

Mueller kommt am Dienstag

Aber immerhin haben die Flyers nun ein Wochenende vor sich, an dem sie auf zwei Siege in der Meisterschaft in Folge zurückblicken können.

Und am Dienstag trifft dann der 26-jährige Stürmer Peter Mueller ein. Nach Erledigung des Papierkrams sollte er am Wochenende einsatzbereit sein. Roland Jauch

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