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Aus für interkulturelles Projekt

Nach über zwölf Jahren ist Schluss für «Mosaik», den Treffpunkt für Migrantinnen. Das Angebot hat in jüngster Zeit kaum mehr neue Interessentinnen angesprochen.

Anlässlich des Internationalen Frauentages wehten den Besucherinnen im Saal des Bassersdorfer Franziskuszentrums noch einmal Düfte von Gerstensuppe, Couscous mit afrikanischem Ratatouille, südindischem Linsen-Curry oder Lauchgebäck aus dem Kosovo um die Nase. Die Farbenpracht der indischen Saris und traditionellen Kleidung von Frauen aus Afrika mischt sich mit Jeans und europäischer Alltagskleidung. Eine Vielfalt von kulturellen Einflüssen prägt das emsige Treiben in der Küche. Aus dem Saal dringt fröhliches Stimmengewirr. Dabei sprechen alle – auch die Migrantinnen verschiedener Herkunft – dieselbe Sprache, nämlich Schweizer Mundart. Der Anlass ist Beispiel für gelungene Integration und das erfolgreiche Zusammenwirken verschiedener Kulturen.

Von Frauenvereinen getragen

Doch es ist das letzte Mal, dass die Frauen in diesem Rahmen zusammenkommen. Ruth Meyer und Heidi Bauert verkünden an diesem Tag das Ende des interkulturellen Frauentreffs «Mosaik». Durch ihre einstige Aufgabe als Mitglieder der Sozialbehörde erkannten die zwei Nürensdorferinnen die Probleme der wachsenden Zahl von Migrantinnen und ergriffen 2003 die Initiative, um Frauen bei der Integration zu unterstützen. So starteten sie das Projekt mit dem Namen «Migrantinnentreff», in dem sich Ausländerinnen jeder Herkunft regelmässig zum Austausch mit einheimischen Frauen treffen konnten. Mit der ehemaligen Sozialdiakonin der katholischen Kirche Bassersdorf, Jolanda Knecht, stellten sie ihr Konzept im Frühjahr 2004 Gemeinde­behörden, Kirchen und verschiedenen Frauenvereinen von Bas­sersdorf und Nürensdorf vor. «Bei den Landeskirchen fand es gleich Anklang», erzählt Ruth Meyer. Mit dem Frauenverein Oberwil-Birchwil, dem Katholischen Frauenverein Bassersdorf-Nürensdorf und dem Gemeinnützigen Frauenverein Bassersdorf wurden jeweils Anlässe wie die Einladung zum Weltfrauentag organisiert. Dar­über hinaus trafen sich die Frauen drei-bis viermal pro Jahr.

Weiter im privaten Rahmen

Mit Bedauern stellt Heidi Bauert fest, dass in letzter Zeit immer weniger und vor allem keine neuen Mitglieder mehr erschienen sind. «Es ist nicht klar, woran der Rückgang liegt», sagt sie. Auch Ruth Meyer kann den Grund nur vermuten. «Die Schnelllebigkeit unserer Zeit, die modernen Kommunikationsmittel könnten Einfluss haben», denkt sie. «Einige Frauen, besonders Afrikanerinnen, sind oft innerhalb der katholischen Kirche aktiv, Frauen aus andern Ländern wiederum treten teilweise eher englischsprachigen Vereinen bei.» Zwei Mi­grantinnen antworten auf die Frage nach zunehmender Abwesenheit gleich selbst. Während die eine vom Arbeitgeber zu unregelmässigen Einsätzen verpflichtet wurde, die feste Verabredungen erschweren, fällt die neue Arbeitszeit der andern in die üblichen Treffstunden. Der «harte Kern» der Migrantinnen ist sich aber einig: Man werde sich künftig einfach in privatem Rahmen treffen.

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