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Aus Künstlern werden Freunde

Zum zweiten Mal organisiert Luzia Grütter eine Gruppenausstellung in einer Schreinerwerkstatt. Dabei sind ihr die menschlichen Begegnungen das Wichtigste.

Es gehört schon etwas Fantasie dazu, sich eine Kunstausstellung im laufenden Schreinerbetrieb vorzustellen. Nicht nur Sägemehl und Werkzeuge liegen in der Werkstatt in Oberohringen herum. Auch ein zehnsitziges Kanu wartet auf seine Fertigstellung. Am kommenden Samstag und Sonntag wird jedoch Platz gemacht für die Präsentation acht gestalterischer Positionen aus der Region. Initiantin Luzia Grütter stellt ihr bestes Monatsbild aus, wie sie sagt, und einige Drucke aus der Kunstschulausbildung dazu. Das Konzept der Monatsbilder besteht darin, jeden Monat mindestens ein Werk fertigzustellen. Dieses ist in rot-weiss gehalten wie die Schweizer Fahne. In Spachteltechnik hat sie einen Jazzmusiker skizziert, dar­über lagert in einer Kreidezeichnung der Umriss einer Trachtenfrau. «Das bist du», sagte ihr Vater, als er das Bild für sie rahmte, und spielte damit auf ihre unterschiedlichen musikalischen Interessen an. Jeder bringt die neusten Werke Es ist die zweite Durchführung einer privat initiierten Ausstellung. «Ich überlegte, wen kenne ich alles, der Kunst macht», erzählt Grütter, «und alle Angefragten waren dabei.» Auch ihr Mann, Martin Grütter, zeigt Holzskulpturen. Jeder Teilnehmer wird zwei bis fünf Werke beisteuern, verrät sie. Die meisten nahmen 2013 bereits teil, so Karin Lengauer, die «Spurenbilder» aus Stadt und Land fotografiert hat. Es handelt sich um Makroaufnahmen, wobei manchmal zwei nebeneinander gestellt werden, um den Betrachter auf Parallelen hinzuweisen. Spiegelungen, Strukturen eines Steins, die wie eine Mondlandschaft wirken, ein Spinnennetz und eine abgerissene Plakatwand werfen in der Kombination einen ungewöhnlichen Blick auf das Gewöhnliche. Peter Angst wird Steinskulpturen beisteuern, Gabriela Huldi zeigt Installationen und ihre neusten Drucke. Acrylmalerei ist durch Madeleine Bachofner und Susi Feldmann vertreten. Ein kleines Geheimnis rankt noch um die Konzeptkunst von Matthias Müller, die mit 10-Franken-Noten zu tun haben soll. Musik als weitere Kunst Die illustre Truppe aus Winterthur und Umgebung möchte aber nicht nur zeigen, was in einsamen Stunden im häuslichen Atelier entstanden ist. Der Unterhaltungs- und Vernetzungsfaktor ist ihnen bei diesem Anlass mindestens genauso wichtig. «Letztes Jahr hatten wir zwei wunderschöne Tage», erinnert sich Grütter. «Es war interessant, die Begegnungen zu erleben, wer kennt wen?» An die 300 Besucher kamen in den wenigen Stunden und dieses Mal dürften es kaum weniger werden. Denn auch das Rahmenprogramm ist durch die Kontakte der Kulturschaffenden geprägt. Sie halten einführende Reden und sorgen mit Musik für gute Stimmung. Am Samstag tritt Luzia Grütter mit «ihrer» Guggenmusik Kyburggeischter in der Werkstatt auf. Am Sonntag unterstützt sie dann gesanglich den Jazzchor Veltheim unter der Leitung von Christoph Germann. Die Schriftstellerin Jolanda Fäh hält am Samstagabend in der Schreinerei eine Lesung mit Wadenbeissergedichten. «Der Schritt nach aussen ist für die Kunstschaffenden wichtig», erklärt Grütter. «Sie müssen sich zeigen und Feedback erhalten», begründet sie ihr Engagement. «Kunst in der Werkstatt – die Zweite»,Samstag, 29. März, 16 bis 22 Uhr; 17 Uhr Guggenmusik Kyburggeischter, 20 Uhr Lesung. Sonntag, 30. März, 11 bis 16 Uhr; 12 Uhr Jazzchor Veltheim. Aspstrasse 6, Oberohringen. Kollekte zugunsten der Künstler.

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