Zum Hauptinhalt springen

Ausbau an der Eulach, kein Umzug

Das Technikum bleibt in Winterthur am heutigen Ort. Der ins Auge gefasste Umzug nach Dübendorf brächte keine Vorteile – weder bei den Kosten noch bei den Syner­gie­­­­n mit den Partnern aus Forschung und Wirtschaft.

Die Empörung war gross, als im Oktober der Wegzug der heutigen School of Engineering nach Dübendorf zur Debatte stand. KMU-Verband und Handelskammer sprachen von einem Skandal, Stadtpräsident Künzle war vor den Kopf gestossen, sogar Nobelpreisträger Richard Ernst legte sich für Winterthur ins Zeug. Nun können alle aufatmen. Eine Studie der ZHAW zeigt, dass ein Verbleib in Winterthur ge­gen­über einem Umzug wesentliche Vorteile hat. Und die Zürcher Bildungsdirektion schliesst sich der Studie und den Empfehlungen der Fachhochschule an. «School of Eningeering der ZHAW bleibt in Winterthur», hiess es gestern in einer Mitteilung des Kantons. In der Studie wurden drei Szenarien aufgestellt und verglichen:

  • Im Szenario A verbleibt die School of Engineering an der Technikumstrasse (Campus T). Der bestehende Campus wird unter laufendem Betrieb umgebaut und verdichtet. Die Sanierung der Altbauten, die Abbrüche und die Ergänzungen mit Neubauten erfolgen in vier Etappen.
  • Im Szenario B wird die School of Engineering neu zusätzlich und teilweise im nationalen Innovationspark in Dübendorf angesiedelt. Ein Grossteil der Schule verbliebe am bisherigen Standort auf dem Campus T in Winterthur.
  • Im Szenario C zügelt die Schule als Ganzes in den Innovationspark nach Dübendorf. Alle Gebäude würden dort neu erstellt.

Teilumzug klar verworfen Das Szenario B, das Technikum an zwei Standorten, haben die Verantwortlichen schon früh fallen gelassen. Es zeigte sich, dass es die Nachteile der beiden anderen Szenarien auf sich vereint. Zwischen dem Verbleib in Winterthur und dem Umzug nach Dübendorf fanden diverse Abwägungen statt. Als wichtigste Kriterien sah die ZHAW die Zusammenarbeit mit Hochschul- und Forschungspartnern, die Zahl der Studierenden und die Kosten. Bei der Zusammenarbeit mit Hochschul- und Forschungspartnern erkennt die Studie beim Verbleib deutliche Vorteile, weil die Marke «Tech Winterthur» in der Wirtschaft bekannt und geschätzt werde und die Zusammenarbeit mit der lokalen Wirtschaft und dem Technopark gut sei. Demge­gen­über habe sich aus den Gesprächen mit Empa, ETH und Universität keine zusätzlichen Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben, bei denen der Standort Dübendorf von Vorteil wäre. Zudem sei unklar, ob und wann Firmen in den Innovationspark ziehen, die als Forschungspartner interessant wären. Beim Kriterium «Einzugsgebiet Studierende» schnitt der Standort Winterthur ebenfalls klar besser ab, weil mit keiner grundsätzlichen Veränderung des Einzugsgebietes zu rechnen sei. Bei einem Umzug dagegen wäre ein Rückgang an Studierenden zu befürchten. Ein Patt bei den Baukosten Bei den Kosten gewichtet die Studie beide Szenarien in etwa gleich. Zwar ist der Umzug rund 5 Prozent teurer, doch da die Genauigkeit der Kostenschätzung bei plus/minus 30 Prozent liegt, sei die Differenz zu vernachlässigen. Die Kosten für den Verbleib in Winterthur liegen bei 329 Millionen Franken, bei einem Umzug würden 345 Millionen Franken anfallen. Die Studie hält fest, die erwartet tieferen Investitionskosten im Innovationspark ge­gen­über einem Umbau in Winterthur hätten sich nicht bestätigt. Riviera an der Eulach In Winterthur fielen die Reak­tionen gestern durchs Band positiv aus. Der Stadtrat, politische Parteien und die Standortförderung begrüssten den Entscheid der Bildungsdirektion, am Standort Winterthur weiterzubauen. Konkret bedeutet dies, dass in den nächsten rund 15 Jahren der Masterplan realisiert wird, den der Regierungsrat vor drei Jahren präsentiert hatte. Die Eulach hinter dem Technikum wird aufgewertet, das Ufer abgeflacht und zugänglich gemacht. Eulachseitig werden Gebäude abgebrochen und durch neue ersetzt, während das alte Hauptgebäude einen Anbau mit grossem Auditorium erhält. Die Studie spricht von einem Park mit beträchtlicher Ausdehnung mit einem Nutzen auch für die lokale Bevölkerung.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch