Zum Hauptinhalt springen

Autos, Computer und Minigolfbälle

Über Jahre hat ein Familienvater geklaut, was ihm in die Finger kam, teils auch zusammen mit seiner Ehefrau oder seinen Kindern. Nun wurde er vom Bezirksgericht zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt.

Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Autodiebstahl und Drogenkonsum. Mehrfach hat ein 33-jähriger Bauarbeiter in den vergangenen Jahren Straftaten im Raum Winterthur begangen. Gestern Morgen stand er vor dem Winterthurer Bezirksgericht. Die Deliktliste ist lang und hat ihren Ursprung 2006.

Damals verübte der Familienvater kurz hintereinander einen Einbruch- und einen Einschleichdiebstahl in der Minigolfanlage Breite. Die Diebstahlbeträge waren damals noch gering. Insgesamt kam eine Summe von gut 1000 Franken zusammen. Neben Zigaretten, Lebensmitteln und Glaces entwendete der Mann auch Minigolfbälle und sogar einen Staubsauger.

Elektroscooter geklaut

Nach einer längeren Pause kam es dann im vergangenen Jahr zu einer wahren Diebstahlserie. Im Mai schlich der Mann in eine Privatwohnung und entwendete einen PC im Wert von 1530 Franken. Im September 2013 verübte er insgesamt sieben Delikte. Anfang Monat drang er in das Areal der Schweizerischen Technischen Fachschule (STF) ein und entwendete dort einen Elektroscooter und einen Fahrzeugausweis.

Kurz darauf brach er in zwei stehende Fahrzeuge ein und stahl Portemonnaies, Führerausweise, IDs, Sonnenbrillen, Bargeld und sogar eine Pflanze. Um an die Beute zu kommen, schlug er jeweils eine Autoscheibe ein.

Der Mann verschaffte sich in der Folge Zugang zu drei Privatwohnungen und erbeutete Diebesgut im Wert von knapp zehntausend Franken. In einem Fall übernahm seine Ehefrau die Aufpasserrolle und stand vor dem Haus Wache. In einem anderen Fall stieg der Mann in Begleitung seiner beiden Kinder über die Balkontüre in eine Wohnung.

Einbruch ins Restaurant

Auch eine Gaststätte war von der Diebstahlserie betroffen. Ende September gelangte der Mann über eine Feuertreppe ins Restaurant Bocciodromo an der Flüeli­strasse. Da ein Alarm ausgelöst wurde, musste er den Tatort aber mit einer relativ geringen Geldsumme von 1200 Franken fluchtartig verlassen.

Mit den Einbrüchen war es jedoch nicht getan. Ebenfalls Ende September entwendete der Beschuldigte ein Auto der Mietwagen Schick-Autovermietung an der Schöntalstrasse. Bis er Anfang Oktober verhaftet wurde, fuhr er laut Anklageschrift regelmässig mit dem Fahrzeug und tat dies zudem, ohne im Besitz eines Führerausweises zu sein. Die letzte Fahrt führte ihn zusammen mit seiner Frau und den Kindern zum Reitplatz. Dort konsumierte er in aller Öffentlichkeit Betäubungsmittel und wurde noch vor Ort von der Polizei verhaftet.

Dies soll nicht die einzige Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft Winterthur beschuldigte den Mann, auch in den Vorjahren regelmässig illegale Drogen konsumiert zu haben. Dabei soll es sich um Marihuana, Kokain und Heroin gehandelt haben.

18 Monate Haft

Das Bezirksgericht erklärte den 33-Jährigen in allen Anklagepunkten für schuldig. Es sprach im Hinblick auf Vorstrafen des Mannes und der Anzahl und Intensität der Delikte von einem «klaren und erheblichen Verschulden». Das Gericht verurteilte ihn zu 18 Monaten Gefängnis unbedingt und entschied damit im Sinne der Anklage. Die Verteidigung forderte ein geringeres Strafmass von 12 Monaten. Die Mittäterschaft seiner Ehefrau wird in einem separaten Prozess abgehandelt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch