Winterthur

Axa im Visier der Israel-Feinde

Die Geschäfte von Axa zerstören Leben, heisst es in einer Online-Petition. Der Versicherer spricht von Verunglimpfung.

Die Axa muss sich nun auch in der Schweiz gegen Vorwürfe wehren.

Die Axa muss sich nun auch in der Schweiz gegen Vorwürfe wehren.

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Im Bild eine grosse Explosion in einem Häusermeer, darüber ein dramatischer Aufruf: «Stoppen Sie Investitionen in Firmen, die an der illegalen Besatzung Palästinas beteiligt sind!» Der Aufruf auf diversen Websites und auf Facebook richtet sich gegen die Versicherungsgesellschaft Axa.

Eine entsprechende Online-Petition gegen das Unternehmen zählt bereits über 130 000 Unterschriften. Bei der Axa mit Hauptsitz in Paris und Schweizer Zentrale in Winterthur spricht man von einer Verunglimpfungskampagne. «Die Petition beabsichtigt eine Desinformation», schreibt das Unternehmen auf Anfrage.

Antisemitismus-Vorwürfe

Hinter der Online-Kampagne steht die Gruppe BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen), ein internationaler Zusammenschluss, der sich gegen die Politik und teils gar gegen das Existenzrecht Israels richtet. Politikwissenschaftler bezeichneten die Gruppe auch schon als antisemitisch.

Doch das sieht man der Kampagne nicht auf den ersten Blick an. Die Geschäfte von Axa würden Leben zerstören, heisst es im Begleittext. Denn der Versicherer finanziere eine führende israelische Rüstungsfirma und ausserdem drei israelische Banken, «die Israels illegalen Siedlungsbau finanzieren». Die Kampagne läuft in Frankreich schon mehrere Monate, doch erst seit einigen Wochen ist der Axa-Pranger auch auf Schweizer Websites aufgeschaltet.

Investitionen wurden geprüft

Die Behauptungen seien «falsch und lückenhaft», schreibt die Axa, bestätigt aber einen Aspekt der Anschuldigungen: Tatsächlich investiert die Axa in israelische Banken. Diese Investitionen erfolgten aber grösstenteils im Auftrag von Drittkunden und würden derzeit bloss 0,004 Prozent der von der Axa-Gruppe verwalteten Vermögen betragen. «Sie haben in keiner Weise das Ziel, die Erweiterung der ‹umstrittenen Territorien› zu finanzieren», schreibt das Unternehmen.

«Die Behauptungen sind falsch und lückenhaft.Aus der Stellungsnahme der Axa

Die Investitionen seien im März 2016 intern geprüft worden, das Fazit der Axa: Sie entsprechen den «Grundsätzen unserer verantwortungsvollen Investitionspolitik».

Bisher wehrte sich die Axa nicht mit rechtlichen Schritten gegen die Online-Petition. Ob das zielführend wäre, darf ohnehin bezweifelt werden. Neben der Gruppe BDS beteiligt sich auch die US-Amerikanische Verbraucherbewegung SumOfUs an der Anti-Axa-Kampagne.

Die nahm es schon mehrfach und durchaus erfolgreich mit den den ganz Grossen auf: So stoppte die Modekette Zara nach einer Online-Kampagne die Verwendung von Kaninchen-Wolle. Und mehrere grosse Fluggesellschaften beendeten auf Druck von SumOfUs den Transport von Grosswildjagd-Trophäen.

(Der Landbote)

Erstellt: 24.05.2018, 17:19 Uhr

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