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Axa Winterthur lanciert Drive-Recorder für Junglenker

Junge Lenker sollen ihr Verhalten im Autoverkehr elektronisch kontrollieren lassen – und damit Versicherungsprämien sparen. Daher bringt die Axa Winterthur einen Drive Recorder auf den Markt.

Premiere in der Schweiz: Die Versicherung Axa Winterthur bietet Autofahrern im Alter von 18 bis 25 Jahren an, in ihrem Fahrzeug einen Drive Recorder einzubauen – und je nach Fahrverhalten 15 bis 25 Prozent Prämien zu sparen. Damit entwickelt der Marktführer seinen Crash Recorder weiter, der seit 2008 bei über 40 000 jungen Versicherten zum Einsatz kommt. Während der Crash Recorder nur die Sekunden vor und nach einem Crash aufzeichnet, übermittelt der Drive Recorder laufend Daten an die Versicherung. Dazu sind im handtellergrossen Gerät, das ganz einfach auf die Autobatterie geklebt und dort angeschlossen wird, Sensoren, Mobilfunk und ein GPS-Modul verbaut. Der Drive Recorder misst neben der Geschwindigkeit auch die Kräfte, die beim Bremsen, Beschleunigen oder bei Kurvenfahrten auftreten. Der Benutzer kann sich dann online im Detail die zurückgelegten Strecken anschauen. Aufgrund von Erfahrungswerten werden so genannte «Ereignisse» mit gelbem oder rotem Schweregrad definiert. Also eine rasant gefahrene Kurve, ein Bremsmanöver oder starkes Beschleunigen. Bei einem Unfall kann das Gerät wie ein Crash Recorder ausgewertet werden – und ist wegen des GPS-Moduls bei einem Diebstahl auch ganz einfach ortbar. Mit den Daten wird ein «Score» zwischen 1 und 100 ermittelt. Je höher, desto verantwortungsvoller, jeweils im Verhältnis zu allen anderen Benutzern des Recorders. Im ersten Jahr profitieren die jungen Lenker auf jeden Fall von 20 Prozent Prämienrabatt. Ab dem zweiten Jahr ist der Score entscheidend. Das beste Drittel der Lenker muss 25 Prozent, das mittlere 20 Prozent, das schlechteste 15 Prozent weniger Prämien zahlen. «Wir versprechen uns einen doppelten Präventionseffekt», sagt Andreas Krümmel, Leiter Schadensversicherung. Einerseits ist man mit einem eingebauten Drive Recorder sowieso vorsichtiger unterwegs, andererseits sieht jeder sofort, wann und wo er mit mehr Risiko gefahren ist und wie er seinen Prämienrabatt erhöhen kann. «Wir hoffen, dass die Lernkurve bei jungen Lenkern so schneller ansteigt.» Beim Crash Recorder hat das durchaus funktioniert: Die Axa Winterthur verbuchte 13 Prozent weniger Schadenfälle. Eine solche Menge an gesammelten Daten ist natürlich nicht ganz unproblematisch. Die Axa Winterthur will sich aber an die Schweizer Datenschutzgesetze halten, verspricht eine sichere und verschlüsselte Übertragung und dass die Daten nicht an Dritte weitergegeben werden. Ausnahme: Bei einer polizeilichen oder richterlichen Verfügung müssen die Daten herausgegeben werden. Einzig der Score wird zur Berechnung der Prämie hinzugezogen. Die anonymisierten Daten will die Axa Winterthur dann allerdings schon für die Unfallforschung nutzen. Dass es ganz unterschiedliche Fahrertypen gibt, haben erste Tests und Versuche in anderen Ländern bereits gezeigt. Wer sehr sportlich unterwegs ist, verzeichnet bis zu elf mal mehr Ereignisse als durchschnittliche Fahrer. Den genauen Zusammenhang mit den Schadenfällen kann man aber noch nicht mit Zahlen belegen. Das dürfte sich ändern, wenn sich der Drive Recorder ähnlich durchsetzen sollte wie der Crash Recorder. Die Axa Winterthur hofft schon im ersten Jahr auf 5000 Verträge mit dem neuen Gerät. Wer übrigens sein Fahrverhalten selber analysieren will, kann das ganz unverbindlich und ohne Datenübermittlung auch mit seinem Android-Smartphone oder iPhone machen. Dazu muss man nur die Gratis-App „Axa Drive Coach“ herunterladen, die ebenfalls Beschleunigungskräfte misst und den Fahrstil bewertet. Allerdings nicht ganz so genau wie der Drive Recorder.

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