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Bacsinszkys wundersame Rückkehr auf die Profitour

Die Lausannerin Timea Bacsinszky setzt in Acapulco ihren erfolgreichen Aufstieg in die Tennisweltspitze fort.

Eigentlich hatte sich Timea Ba- csinszky bereits vom Profitennis verabschiedet. Nach schwerwie-genden körperlichen Beschwerden und langen Pausen hatten ihr die Ärzte vor bald vier Jahren nur noch minime Chancen eingeräumt, dereinst wieder auf die Tour zurückzukehren. Die damals 22-jährige Lausannerin hatte sich bereits mit dem Gedanken angefreundet, eine Hotelfachschule zu absolvieren. Nachdem sie 2009 in Luxemburg ihren bisher einzigen Titel geholt und nach Wimbledon 2010 im WTA-Ranking bis auf Platz 37 vorgestossen war, fiel sie in der Weltrangliste weit zurück und lag im Jahr 2012 ausserhalb der besten 400 Profispielerinnen.

Eigentlich ist es nur einem Zufall zu verdanken, dass die Lausannerin sich wieder aufraffte und noch auf der Profitour mitspielt. Einer inneren Eingebung folgend, schrieb sie sich im Mai 2013 für das Qualifikationsturnier beim Grand Slam von Roland Garros in Paris ein, ohne reelle Chancen, ins Tableau aufgenommen zu werden. Weil sich die in der Vorwoche des Qualifikationsturniers stattfindenden Profi-Events wegen Dauerregens arg verzögerten, konnten diverse dort engagierte Spielerinnen nicht am Qualifikationsturnier in Paris antreten. So rutschte Ba- csinszky ins Tableau. Damit war ihr Hunger neu entfacht.

Kompletteres Spiel

In der Folge engagierte sie Dimitri Zavialoff als Coach, und mit dem Jugendfreund und langjährigen Coach von Stan Wawrinka ging es Schritt für Schritt bergauf. «Dimitri ist ein unglaublicher Mensch», rühmt Bacsinszky ihren Coach. «Er hilft mir enorm viel auf und neben dem Platz. Dank ihm habe ich heute ein kompletteres Spiel. Heute weiss ich, dass ich die Ener­gie­ habe, auf dem Platz jederzeit eine andere Lösung zu finden.» Auf ihrem langen Weg zurück war sich die Schweizerin auch nicht zu schade, monatelang ganz kleine Turniere zu bestreiten, um Matchpraxis zu bekommen. «Es dauert lange, um zurückzukommen», weiss sie heute. «Wichtig ist es, einen gesunden Körper zu haben, sich Zeit zu nehmen und Kontinuität zu erreichen. Mein Team hat mir damals ein Superprogramm zusammengestellt.»

Schlag auf Schlag

Ende 2013 lag die Schweizerin mit ungarischen Wurzeln immer noch weit zurück auf Platz 285 im WTA-Ranking. Dann aber ging es Schlag auf Schlag. Nach zwei Siegen und einem Finalplatz bei kleinen Turnieren zu Beginn des Jahres hatte sie wieder genügend Punkte auf ihrem Konto, um auch bei grösseren Events mitzutun. Beim Grand Slam in Paris überstand sie die Qualifikation und stiess im Haupttableau in die zweite Runde vor. Damit war die Rückkehr unter die besten 100 geebnet. Am Ende des vergangenen Jahres belegte sie bereits Rang 48. Im September hatte sie mit einem Erfolg über die auf Platz 4 der Weltrangliste liegende Maria Scharapowa beim mit 2,5 Millionen Dollar dotierten Turnier im chinesischen Wuhan ihren bisher wertvollsten Sieg eingefahren.

Im laufenden Jahr steht Bacsinszky bei elf Siegen und zwei Niederlagen. Wieder in China, in Shenzhen, erreichte sie den Final, nachdem sie im Halbfinal mit Petra Kvitowa (WTA 4) erneut eine Top-Ten-Spielerin bezwungen hatte, und beim Australian Open stiess sie erstmals in die 3. Runde vor. Mit zwei Siegen in der Partie gegen Schweden hat sie auch einen Löwenanteil daran, dass das Schweizer Fed-Cup-Team sich für die Playoffs zur Weltgruppe der besten acht Teams qualifiziert hat.

Dank ihren Erfolgen in Acapulco wird Bacsinszky auch Belinda Bencic, die im WTA-Ranking auf Platz 36 einen Platz vor ihr liegt, wieder überholen und damit beste Schweizerin sein. Auch kommende Woche macht die 25-Jährige noch einmal in Mexiko Station. Beim Turnier von Monterrey wird sie wie schon in Acapulco, wo sie in der Nacht auf heute im Halbfinal stand, in die Gesetztenliste aufgenommen. Urs Mettler

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