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Bahnhof bald ohne Neftenbach

Der Gemeinderat von Neftenbach will, dass der Bahnhof Pfungen-Neftenbach bald nur noch «Pfungen» heisst.

Manch einer mag sich schon gefragt ­haben, weshalb der Selbstbedienungsbahnhof in Pfungen den Namen Pfungen-Neftenbach trägt. An der Bahnlinie Winterthur–Bülach–Koblenz–Waldshut gelegen, hat er mit Neftenbach herzlich wenig am Hut. «Aus unserem Einzugsgebiet wohnen lediglich die rund 500 Einwohner des Quartiers Tössallmend im Einzugsgebiet des Bahnhofs», sagt Neftenbachs Gemeindeschreiber Kurt Nafzger. Ansonsten führe der Dop­pelname Pfungen-Neftenbach eher zu Missverständnissen als zu Vorteilen für die Gemeinde: Immer wieder verirrten sich Besucher, die nach Neftenbach wollen, wegen des irreführenden Namens nach Pfungen und müssten dann mühsam mit dem Bus nach Neftenbach fahren, beschrieb auch Gemeindepräsident Manfred Stahel das Dilemma an der letzten Gemeindeversammlung. Der Gemeinderat Neftenbach will deshalb nach Rücksprache mit Pfungen in absehbarer Zeit beim Bundesamt für Verkehr (BAV) beantragen, die Bezeichnung Neftenbach aus dem Namen des Bahnhofs verschwinden zu lassen. Pfungen ist gesprächsbereit Laut Verordnung über die geografischen Namen erhalte die Station jeweils den Namen der Ortschaft, die sie bediene, heisst es beim BAV auf Anfrage. Bedient eine Station mehrere Ortschaften oder keine Ortschaft, so erhalte sie den Namen, der für die Verkehrsbedürfnisse am geeignetsten sei. In der Regel trage ein Bahnhof aber nur einen Namen. Bei Pfungens Gemeindepräsident Max Rütimann stösst der Wunsch der Neftenbacher auf offene Ohren. «Wir haben das aus ähnlichen Gründen intern auch schon diskutiert und sind sicher gesprächsbereit.» Die Namensänderung würde auch dazu passen, dass Pfungens Bahnhofareal mittelfristig zum Zen­trum aufgewertet werden soll. Streit um Linienführung Der Verlauf der Eisenbahnlinie Winterthur–Basel war schon umstritten, bevor die Strecke in den 1870er-Jahren gebaut wurde. Der Bahnbau erregte damals gemeinhin die Gemüter. Jede Siedlung wollte aus der projektierten Bahn möglichst grossen Nutzen ziehen. Die Station Pfungen-Neftenbach sei für die Gemeinde Neftenbach denkbar ungünstig, meinten etwa die Neftenbacher, die laut eigener Dorfchronik stattdessen eine Doppelstation Neftenbach-Pfungen im Hard bei Wülflingen begrüsst hätten. Die geplante und dann schliesslich auch gebaute Station Pfungen sei für Wülflingen unbenutzbar und für Neftenbach nur für den Verkehr talabwärts brauchbar. In Pfungens Dorfchronik wird dagegen erwähnt, dass die Neftenbacher wenig Lust verspürt hätten, das gefürchtete «neue Teufelswerk» allzu sehr in ihrer Nähe zu wissen, denn sie glaubten, der Rauch werde den Trauben schaden und die Güte des «Neftenbachers» beeinträchtigen. Am l. August 1876 fuhr dann die erste Eisenbahn, der das Schloss Pfungen zum Opfer fiel, auf der neuen Linie – an Neftenbach vorbei.

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