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Bahnhof zwischen Vision und Realität

Der Masterplan für den Bahnhof Pfungen ist noch im Stadium von Visionen. Ausser was die Riedäckerstrasse angeht. Sie soll 2016 neu gebaut werden. Damit rückt auch ein neuer Busbahnhof in den Bereich der Realität.

Wenn Visionen den Geist beflügeln, heisst das noch lange nicht, dass sie eines Tages auch umgesetzt werden. In Pfungen geistern solche unter dem Titel «Masterplan Bahnhof» durchs Dorf. Im Mai 2013 wurde die Bevölkerung vom Gemeinderat dar­über informiert. Inzwischen weiss wohl keiner mehr so genau, wie «es» aussieht und wann das Ideenkonzept umgesetzt wird.

«Die Planung läuft»

«Momentan gibt es noch immer nichts Handfestes, wir sind nach wie vor im Stadium der Visionen», räumt Bausekretär Reto Amstutz ein. Gemeindepräsident Max Rütimann präzisiert: «Wir sind noch nicht wahnsinnig weit gekommen, aber die Planung läuft.» In letzter Zeit habe man lediglich nicht jeden Schritt kommuniziert.

Konkret geplant wird derzeit der Neubau der Riedäckerstrasse. Sie ist die östliche Verlängerung der Bahnhofstrasse und gehört zum gossen Teil der Gemeinde. Teils verläuft sie aber auch als undefinierbares Etwas, mal zu eng und mal zu breit, über das Areal der Keller Ziegeleien. «Hier schaffen wir derzeit klare Eigentumsverhältnisse», sagt Rütimann. Für den im Gestaltungskonzept nach Suter, von Känel, Wild AG geplanten Strassenverlauf sind vor allem Landabtretungen von der Firma Keller an die Gemeinde nötig.

Riedäckerstrasse im Fokus

Vieles, was im Masterplan angedacht ist, soll sich künftig an der Riedäckerstrasse abspielen: So soll östlich des SBB-Güterschuppens – dieser soll dem Areal samt Bahnhofgebäude und alten Büros der Ziegeleien erhalten bleiben – ein Busbahnhof samt Wendeplatz gebaut werden. «Damit die Postautos direkt, ohne Umweg via Dorfstrasse, zwischen Kreisel und Bahnhof verkehren können», sagt Amstutz, der hofft, dass mit dem Bau der Riedäckerstrasse 2016 begonnen werden kann. «Wir geben im Moment Vollgas.» Sind dann Strasse und Busbahnhof erst einmal gebaut, richtet sich der visionäre Blick der Gemeinde auf das restliche Bahnhofareal.

Mehr Parkplätze

So ist im Masterplan östlich des Busbahnhofes ein Wohn-Gewerbe-Haus mit einem Café und Kiosk im Erdgeschoss eingezeichnet. «Dorthin könnte auch der Bahnhofshop Pickanto ziehen», sinniert Amstutz. Den heutigen Kiosk gibt es in der Vision nicht mehr. Dafür ist dort das Parkplatzareal auf rund 45 Abstellplätze ausgedehnt.

Zeitgemässer Bahnhof

«Das alles würde gut zu einem zeitgemässen Bahnhof passen», findet Amstutz. «Ebenso eine Unterführung zu den Gleisen.» Wann aber die SBB den Bahnhof Pfungen modernisieren wollen, weiss er nicht. Als Anhaltspunkt dient hier nur das Behindertengleichstellungsgesetz, das bis 2023 Rollstuhlgängigkeit verlangt.

Der Perimeter des Masterplans Bahnhof liegt in der Reservezone. «Dieses Land müssen wir nun als Nächstes umzonen», sagt der Gemeindepräsident. Geplant ist eine Wohnzone mit Gewerbeerleichterung, in der verdichtetes Bauen möglich ist, und eine Gestaltungsplanpflicht. Dar­über wird die Gemeindeversammlung, wahrscheinlich Ende Jahr, abstimmen.

Im Grundsatz wird der Masterplan laut Rütimann von allen betroffenen Eigentümern begrüsst. Nebst der Gemeinde sind dies konkret der Zürcher Verkehrsverbund, Postauto Schweiz, die SBB und die Keller Ziegeleien. «Er ist unsere einzige Chance, die Detailhändler wieder ins Dorf zu locken.» Dagmar Appelt

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