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Bande wohnte beim Beamten

Die Bande von Autobahnmördern, die bei Moskau ausgehoben worden ist, könnte tiefer mit den Behörden verstrickt sein als vermutet. Die Mitglieder werden inzwischen als «normale Raubmörder» bezeichnet. Zuvor waren sie als radikale Islamisten verdächtigt worden.

Der Fall der Moskauer Autobahnmörder zieht Kreise bis in die russische Justiz. Die Bande wurde vergangene Woche in Moskau und Umgebung ausgehoben: Die Täter sollen für mindestens 14 Morde verantwortlich sein. Generalstaatsanwalt Juri Tschaika (Bild) sah sich nun gezwungen, seinen Verwaltungsleiter Alexei Starowerow vorübergehend des Amts zu entheben, denn es stellte sich heraus, dass das Landhaus, in dem der Bandenchef Rustam Usmanow wohnte, Starowerow gehörte. Auf der Forbes-Liste der reichsten russischen Generäle rangiert er auf Platz vier.

Haus übernommen

Niemand glaubt zwar, dass Starowerow von der Bande in seinem Haus wusste. Gleichwohl hat diese aber von der dienstlichen Stellung ihres Hausherrn profitiert. In seinem Haus waren sie vor Polizeizugriffen sicher. Die Starowerows hatten das herrschaftliche Haus im Jahr 2010 nebst einer Haushälterin vom Vorbesitzer übernommen. Sie selbst wohnten in Moskau und kamen nur an Wochenenden hinaus. Sie sagten deshalb nichts, als eine Tochter der älteren Haushälterin mit Kindern und ihrem Lebensgefährten in das Häuschen mit einzog. Ihre «Untermieter» waren die meiste Zeit sich selbst überlassen. Derweil entwickelte sich Starowerows Haus zu einer Art von operativer Zentrale der Mörderbande.

«Ganz normale Raubmörder»

Wladimir Markin, der Sprecher der Ermittlungsbehörde SKR, sagte inzwischen, dass die Mitglieder «ganz normale Raubmörder» seien, die es auf Geld und Wertgegenstände abgesehen hätten. Die Männer hatten Autofahrer an den Ausfallstrassen der Hauptstadt gestoppt und per Kopfschuss getötet. Bislang hiess es, die Autobahnmörder hätten die Überfälle auf zufällige Autofahrer als Training für Freiwillige genutzt, die im Auftrag der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) angeworben wurden. Neuerdings ist von der IS-Verbindung keine Rede mehr. Laut Markin wurden in den letzten Tagen mindestens drei weitere Stützpunkte der Bande aufgedeckt. Im Südwesten Moskaus fanden Ermittler ein Sprengstoffdepot. Und im Vorort Krasnogorsk befand sich eine Werkstatt, in der «Krähenfüsse» zusammengeschweisst wurden. Diese streuten die Mörder, um vorbeifahrende Autos zu stoppen.

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