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Basler Firma kündet Eurolöhne an

Ein Neuenburger Unternehmen strebt Lohnsenkungen an, und ein Basler Zahnimplantatehersteller will Grenzgänger bitten, eine Auszahlung ihrer Löhne in Euro zu akzeptieren. Die Gewerkschaften lehnen solche Massnahmen ab.

Der Zahnimplantatehersteller Straumann muss wegen des starken Frankens sparen. Deshalb bittet der Konzern Mitarbeitende in der Schweiz, auf einen Teil ihrer Boni zu verzichten und Grenzgänger, eine Lohnauszahlung in Euro zu akzeptieren. Auch das Management nimmt Lohneinbussen hin. «Erste Reaktionen von Mitarbeitern sind durchaus positiv ausgefallen», sagte Firmenchef Marco Gadola zur Nachrichtenagentur AWP. Es sei «eine gewisse Erleichterung» spürbar, dass man auf einen Personalabbau verzichte.

«Nicht zulässig»

Für Reto Liniger vom Arbeitnehmerverband Angestellte Schweiz tönt die Ankündigung von Straumann auf den ersten Blick sympathisch, weil auch die Geschäftsleitung Lohneinbussen hinnimmt. Liniger stellt jedoch klar: «Einer der wichtigsten Grundsätze des Arbeitsrechts ist, dass der Arbeitgeber das Risiko des Wechselkurses tragen muss.» Ähnlich äussert sich Philipp Zimmermann von der Gewerkschaft Unia: «Diese Abwälzung der Verantwortung auf die Belegschaft ist nicht zulässig.» Zudem würden die Grenzgänger laut Liniger und Zimmermann so diskriminiert: Das sei gemäss Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU nicht gestattet.

Kurzarbeit als Möglichkeit

Guido Schluep von der Gewerkschaft Syna sieht ein weiteres rechtliches Problem: Gemäss Obligationenrecht müsse der Lohn in «gesetzlicher Währung» ausbezahlt werden. Das schliesse eine Auszahlung in Euro aus. Wenn eine Firma tatsächlich grosse Probleme habe, müsse sie ihre Bücher offenlegen. Dann könnten Sparmassnahmen mit den Arbeitnehmern und den Verbänden ausdiskutiert werden. Ein solches Vorgehen befürworten auch Unia und Angestellte Schweiz. Lohnkürzungen lehnen alle befragten Gewerkschaften ab. Die Unia unterstützt aber die Möglichkeit der Kurzarbeit. Schluep verweist auf Krisenartikel in verschiedenen Gesamtarbeitsverträgen, welche eine befristete Verlängerung der Arbeitszeit ermöglichen.

Lohnsenkung angekündigt

Auch der Neuenburger Industrieelektronikhersteller Cloos Electronic reagiert mit Lohnsenkungen und Arbeitszeitanpassungen auf den starken Franken. Die Geschäftsführung strebt eine Reduktion der Personalkosten um 10 Prozent an. Geschäftsführer Robert Klossek bestätigte eine entsprechende Meldung der Zeitungen «L’Express» und «L’Impartial».

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