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Bastien Girod will nun doch ins Stöckli

Die Grünen steigen mit Nationalrat Bastien Girod in den Kampf um einen Sitz im Ständerat. Er sei «das beste Pferd im Stall».

Mit 14 zu 1 fiel der Entscheid des Vorstands der Zürcher Grünen deutlich aus: Bastien Girod solls für die Grünen richten und im Herbst einen Platz im Stöckli ­erobern. In der ersten partei­internen Ausmarchung blieb Ex-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber chancenlos.

Mehrere Gründe hätten den Ausschlag für Girod gegeben, wie Kantonalpräsidentin Marionna Schlatter gestern an einer Medienkonferenz sagte. Als Umweltforscher an der ETH sei Girod ein «echter Grüner», und schliesslich würden die Grünen wegen ihrer Kompetenz in Umweltfragen gewählt. Im Gegensatz zu Girod positioniert sich Prelicz – sie wurde 2011 aus dem Nationalrat ab­gewählt – als Sozialpolitikerin. Girod mobilisiere über die Parteigrenzen hinweg und sei ein Sympathieträger, der frisch, motiviert und intelligent politisiere. «Wir wollten nicht ein neues Gesicht bringen, sondern unser bestes Pferd im Stall», sagte Schlatter.

Verzicht auf Verzicht

Anfang Jahr war die Zeit für eine Ständeratskandidatur noch nicht reif. Der 34-jährige Nationalrat begründete seine Absage damals mit der Geburt seiner Tochter und der Arbeit an der Hochschule. Zum Umschwung habe der Verzicht von Verena Diener (GLP) auf eine weitere Amtsdauer geführt. Sein ETH-Professor habe ihn gedrängt, und zahlreiche Parteimitglieder hätten ihn zur Kandidatur aufgefordert.

«Im Ständerat sind die grünen Anliegen völlig untervertreten», nannte Girod seine Hauptmotivation. Dabei seien Umweltanliegen im Volk durchaus mehrheitsfähig. Vielleicht liege mit seiner Kandidatur gar eine Überraschung drin. Der Umweltforscher will sich für eine nachhaltige und innovative Wirtschaft einsetzen. Dazu brauche es ein Zusammenspiel zwischen Staat und Markt. Als zweiten Schwerpunkt nannte er die Natur. Gesellschaftspolitisch gelte sein Hauptaugenmerk der Familie. Dieses Feld wolle er nicht der CVP allein überlassen.

Trotzdem Frauenpartei

Esther Guyer, Fraktionspräsidentin der Grünen im Kantonsrat, versprühte Optimismus: «Wir haben einen überzeugenden Kandidaten gefunden, der uns auch als Wahllokomotive in den Nationalratswahlen dienen wird.» Girod sei ein Politiker, der in dem illustren Kandidatenfeld bestehen könne. Seine Kandidatur ändere auch nichts daran, dass die Grünen eine Frauenpartei seien. «Wir haben im Moment die Frau nicht, die wir in diesen Wahlkampf schicken wollen», sagte Guyer. Girod muss am 12. Mai noch von der Mitgliederversammlung bestätigt werden. Ob Katharina Prelicz-Huber dannzumal antreten wird, konnte sie gestern auf Anfrage noch nicht sagen. Sie müsse sich zuerst mit ihrem Komitee absprechen.

Im Moment sieht es so aus, als ob der Kampf um einen Sitz im Stöckli zur Männersache werden könnte. Bekannt sind die Kandidaturen von Hans-Ueli Vogt (SVP), Ruedi Noser (FDP), Daniel Jositsch (SP) und Martin Bäumle (GLP). Patrick Gut

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