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Baugrube bringt Strasse ins Rutschen

Wegen der Baustelle auf dem Areal «Werk 3» an der Zürcherstrasse ist der Hang des Brühlbergs um einige Zentimeter abgerutscht. Nach dem Bruch von zwei Wasserrohren hat Stadtwerk gestern aus Sicherheitsgründen eine Gasleitung ausser Betrieb genommen.

Der Riss in der Schlosshofstrasse ist nur einige Zentimeter breit. Einen «Hangrutsch» stellt man sich weit dramatischer vor. Doch die paar Zentimeter haben genügt, um einiges auszulösen: Vorgestern hat Stadtwerk die Gasleitung in der Strasse abgehängt und ein Provisorium installiert, dem auch ein weiteres Abrutschen des Terrains nichts mehr anhaben könnte. «Das war eine Vorsichtsmassnahme», erklärt Urs Buchs, Leiter Technik Gas und Wasser bei Stadtwerk. Man habe die Ersatzleitung lieber jetzt installiert – geplant und ohne Hektik. «Das ist besser, als wenn man diese Arbeit in einer Notfallübung durchführen müsste.» Dass eine Gasleitung wegen eines Hangrutsches vom Netz genommen wird, ist laut Buchs sehr selten. «Wir wollten auf Nummer sicher gehen», sagt er. Denn in den letzten Wochen ist es an der Schlosshofstrasse zu mehreren Rohrbrüchen gekommen. Gasaustritt gemessen Zweimal gingen Wasserzuleitungen zu Wohnhäusern kaputt. Damit war auch ein Gasleck nicht auszuschliessen. «Wir haben die Stelle dar­um genau überwacht und zweimal täglich gemessen, ob Gas austritt», sagt Buchs. Letzten Montag wurden dann tatsächlich Gasspuren nachgewiesen. «Eine Gaszuleitung zu einem Wohnhaus war defekt.» Daraufhin habe man bereits provisorische Leitungen zu den Häusern gelegt. Gestern hat Stadtwerk nun die grössere Gasnetzleitung unter der Strasse ausser Betrieb genommen. Laut Buchs war die Si­tua­tion zu keiner Zeit gefährlich. «Ein Gasaustritt unter freiem Himmel birgt ein eher kleines Risiko, das Gas verflüchtigt sich schnell.» Problematisch seien Gaslecks hingegen in Gebäuden. Wenn sich ein geschlossener Raum über längere Zeit mit Gas füllt, kann es zu Explosionen kommen. Dass Gasaustritte gemessen werden, ist in Winterthur aber selten. «Das kann man pro Jahr an einer Hand abzählen», sagt Buchs. Böschung aufgeschüttet Die Hangbewegung steht im Zusammenhang mit der grossen Baugrube der Überbauung «Werk 3» zwischen Zürcher- und Schlosshofstrasse. «Vor zwei Wochen entstanden in der Strasse fingerbreite Risse», sagt Gerhard Künzler, Geschäftsführer der Firma Zani, die für Rückbau und Aushub zuständig ist. Offensichtlich habe sich der gesamte Strassenkörper horizontal und vertikal im Zentimeterbereich verschoben. «Dar­auf haben wir rasch reagiert und die Böschung im kritischen Bereich mit Erdmaterial abgeflacht und so gesichert», sagt Künzler. Die Si­tua­tion habe sich daraufhin rasch stabilisiert. Was genau den Rutsch verursacht hat, ist unklar. «Die noch nicht fertig gestellte Baugrube lag vorher schon fünf Monate in diesem Bauzustand da, und es ist nichts passiert», sagt Künzler. Die Arbeiten ruhten damals, weil noch Untersuchungen zu Altlasten liefen. Erst im Januar konnten die Baumaschinen wieder loslegen. Allenfalls haben dann Erschütterungen die wassergesättigten Böden ins Rutschen gebracht. Abklärungen laufen Laut Künzler werden als Nächstes im Strassenbereich Sondierbohrungen gemacht, damit für die Sicherung des Hanges auch die richtigen Massnahmen getroffen werden. Wer für den entstandenen Schaden aufkommen muss, wird abgeklärt. Lukas Mischler, Sekretär des städtischen Baudepartements, sagt: «Wir gehen davon aus, dass weder Stadtwerk noch uns Kosten entstehen, da alle Sicherungsmassnahmen letztlich durch die Baugrube des privaten Bauvorhabens ausgelöst wurden.»

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