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Bayern zum Nächsten

Die Bayern vor Borussia Dortmund, dann die Besten vom Rest: So wird die Bundesligasaison 2014/15, wenn sie einigermassen «normal» verläuft.

Der deutsche Fussball boomt. Die Liga ist die gesündeste überhaupt, zuletzt kamen 43 500 im Schnitt; in den vergangenen sechs Jahren waren es immer über 42 500 pro Spiel – mehr als in jedem andern Land, mehr als doppelt so viel als noch Anfang der 90er-Jahre, als Deutschland zum dritten Mal Weltmeister wurde. Seit gut einem Monat sind die Deutschen zum vierten Mal Weltmeister, auch das wird ihrem Klubfussball helfen.

Der allerdings hat eine Schwäche: In den vergangenen Jahren festigte sich die Hierarchie an der Spitze mit dem überlegenen FC Bayern München und dem dahinter beinahe ebenso überlegenen BV Borussia Dortmund in einer Art, wie man sie früher in Schottland mit Celtic und den Rangers kannte, in Spanien meist mit Real Madrid und dem FC Barcelona. Und es sieht nicht danach aus, als ändere sich das, im Gegenteil. Die einzige Chance, die sich der Gegnerschaft der Bayern bietet, könnte in dieser Saison sein, dass für die Münchner gleich sechs Weltmeister spielen und dass diese die Belastung noch spüren. Mancher erinnert sich noch daran, dass schon 1974 eine deutsche Mannschaft mit einem halben Dutzend vom FC Bayern Weltmeister wurde – und der im Jahr danach dafür bezahlte, mit Platz 10.

Pep Guardiola, der Trainer, weist denn auch auf die Problematik der Belastung hin und darauf, dass er zurzeit gleich mehrere Verletzte wie Bastian Schweinsteiger, Franck Ribéry oder Javi Martinez zu ersetzen habe, dass andere – wie Arjen Robben – nach der WM noch Rückstand hätten und wieder andere gar nicht mehr dabei seien. Das sind Toni Kroos (für 30 Millionen Euro zu Real Madrid) und Mario Mandzukic (für 22 zu Atletico). Das hatte immerhin den Nebeneffekt, dass die Münchner erstmals seit Jahren aus den Transfers mehr einnahmen als ausgaben. Schliesslich kam Robert Lewandowski ablösefrei vom grossen Rivalen aus Dortmund.

Neuer Anlauf des HSV

Der hat also seinen besten Torschützen zu ersetzen. In einer nächsten Reihe, aber mit Respektabstand selbst auf den BVB, stehen Vereine wie Schalke, Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen oder der VfL Wolfsburg. Manch grösserer Name möchte mal wieder mindestens dorthin vorstossen, etwa Werder Bremen oder der Hamburger SV, die beiden einstigen Dominatoren aus dem hohen Norden. Der HSV nimmt einen neuen Anlauf unter dem neuen Direktor und Hoffnungsträger Dietmar Beiersdorfer. Auf rund 28 Millionen beliefen sich seine Investitionen bisher, aber noch sind kaum Ansätze einer Steigerung zu erkennen. Der HSV ist eines der grossen Fragezeichen.

Und ganz am Ende der Hierarchie, so klar wie der FC Bayern an der Spitze, steht der 53. Klub, der je einen Platz in der Liga ergatterte: der FC Paderborn, aus der westfälischen Provinz, aufgestiegen mit einem Budget von 6,2 Millionen Euro, das selbst für die 2. Liga bescheiden war, ausgestattet mit einem Stadion für 15 000 Zuschauer. Jetzt wird, dank der gestiegenen Fernsehgelder, mit immerhin 15 Millionen geplant. Auch solche Aschenbrödel­geschichten gibt es also noch in dieser Millionenliga. hjs

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