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Bayerns Kampfansage

dortmund. Meister Borussia Dortmund eröffnet am Freitag mit dem Heimspiel gegen Werder Bremen die 50. Bundesliga-Saison. Der BVB strebt den Titel-Hattrick an. Rekordmeister Bayern München will das mit aller (finanzieller) Macht verhindern.

40 Millionen Euro will Bayern München in den 23-jährigen spanischen Mittelfeldspieler Javi Martinez investieren. Allerdings droht der Transfer in letzter Minute zu platzen. Kommt der Wechsel doch zustande, wäre es der Rekordtransfer der 50-jährigen Bundesliga-Geschichte. 40 Millionen sind viel Geld – und ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz. Nach zwei titellosen Jahren muss der FC Bayern wieder der Primus sein. Javi Martinez soll dabei der Mann sein, der die Differenz wieder zugunsten der Bayern ausmacht, nachdem die Münchner mit den Transfers von Xherdan Shaqiri (Basel), Mario Mandzukic (Wolfsburg), Dante (Mönchengladbach) und Claudio Pizarro (Werder Bremen) ihr Kader auf beachtlichem Level vor allem verbreitert haben.

Die Bayern lassen die Muskeln spielen. Nicht mehr mit Worten wie in der vergangenen Saison vor den verlorenen Spitzenspielen gegen Dortmund, sondern mit harten (Euro-)Fakten. Wenn der Wechsel von Javi Martinez in trockenen Tüchern ist, hat der FC Bayern über 70 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Solche Zahlen sind für die Konkurrenz unerreichbar – auch für Dortmund mit seinem stets ausverkauften Stadion.

Der Zweikampf zwischen dem Titelverteidiger aus Westfalen und dem Herausforderer aus Bayern wird die Bundesliga auch in der kommenden Saison elektrisieren. Andere Titelkandidaten sind kaum erkennbar. «Ich glaube, dass die beiden Vereine die Meisterschaft unter sich ausmachen», sagte Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer. Trainer Jupp Heynckes gibt sich zurückhaltender: «Wir sollten nicht so vermessen sein, zu glauben, dass der Titel nur unter diesen beiden Teams ausgespielt wird.» Dennoch gab auch er zu: «Natürlich ist mit dem Zweikampf Bayern – Dortmund eine wunderbare Si­tua­tion für die Medien entstanden.»

So weit wie in Spanien, wo die beiden Spitzenklubs Real Madrid und FC Barcelona die Konkurrenz um mehr als 30 Punkte distanziert haben, klafft die Lücke in der Bundesliga zwischen dem Topduo und dem Rest der Liga nicht auseinander. Aber Bayern und wohl bald auch Dortmund entrücken den anderen Klubs auch wirtschaftlich. Die Bayern werden für die vergangene Saison einen Umsatz von über 350 Millionen Euro ausweisen. 80 Prozent der Bundesligisten kommen bestenfalls auf einen Drittel. Dortmund kitzelt wohl die 200-Millionen-Euro-Grenze und überholt damit Rivale Schalke, das dritte Schwergewicht im Lande.

Favre und das verlorene Gerüst

Wie die Spielregeln in der 1. Bundesliga sind, musste in den letzten Monaten auch Lucien Favre mit Borussia Mönchengladbach erfahren. Das Team aus Nordrhein-Westfalen erreichte mit dem 4. Platz das beste Ergebnis seit 16 Jahren und verlor prompt seine überragende Achse … an Bayern München (Dante), Schalke (Neustädter) und Borussia Dortmund (Reus). Immerhin ist Mönchengladbach finanziell so gesund, dass die Einnahmen von rund 22 Millionen Euro nicht zur Deckung von Defiziten genutzt werden mussten. Die Rekordbeträge konnten vollumfänglich in neue Spieler investiert werden (Xhaka, Dominguez, De Jong).

Dennoch ist sich Favre bewusst, dass die Wiederholung der letzten Saison schwierig wird: «Wir haben das Gerüst der Mannschaft verloren. Das ist, wie wenn in Barcelona Puyol, Xavi und Messi weggehen.» Dass der stets um Demut und Vorsicht bemühte Favre nicht einfach nur dem Pessimismus frönt, zeigte der Auftritt der Borussia in der Champions-League-Qualifikation gegen Dynamo Kiew. Im eigenen Stadion setzte es eine 1:3-Niederlage ab, gegen einen Widersacher, den man wohl starkredete, der aber (sportlich) gleichwohl nicht zur europäischen «First Class» gehört. (si)

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