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Bei den Blechpolizisten wird nicht gespart

Die Stadt hat in den Quartieren zusätzliche Standorte für mobile Blechpolizisten gebaut und stockt auch bei den fix installierten Anlagen an Rotlichtern auf. In Zeiten des Sparens kommen die Mehreinnahmen bei den Bussgeldern sicher nicht ungelegen.

Das Loch in der Stadtkasse zwingt die Stadt zu Zurückhaltung bei neuen Investitionen. Anders sieht es bei «Radarfallen» auf Stadtgebiet aus: In den nächsten zwei Jahren sollen vier neue Tempomessgeräte bei Lichtsignalanlagen in­stalliert werden. Zudem gibt es heute doppelt so viele Standorte für mobile Anlagen wie noch vor zwei Jahren.

Viele Anlagen in 30er-Zonen

Die Mobilität dieser sogenannten «semistationären» Tempomessgeräte begrenzt sich auf die Rotation zwischen verschiedenen Standorten, die über einen entsprechenden Stromanschluss verfügen. Oft befinden sie sich an Orten in 30er-Zonen, bei denen der Nutzen gut nachvollziehbar ist: «Wir platzieren die semistationären Geräte meistens im Bereich von Schulhäusern und Kindergärten, um die Sicherheit auf Schulwegen zu verbessern», sagt Hugo Strausak, Chef der städtischen Verkehrspolizei. Ebenfalls in Frage kämen Strassen, ­deren Anwohner die Polizei auf häufige Geschwindigkeitsübertretungen aufmerksam gemacht hätten.

Als vor drei Jahren das erste mobile Gerät angeschafft wurde, gab es vier Standorte. Im Jahr 2011 kamen ein weiteres Gerät sowie zwei neue Standorte dazu. Heute gibt es für die zwei semistationären Tempomessgeräte elf Standorte; ein zwölfter ist an der Römertorstrasse geplant (siehe Grafik). «Pro Messanlage rechne ich mit sechs Standorten», sagt Strausak. Damit sollte der Ausbau der Standorte, die zwischen 5000 und 10 000 Franken kosten, abgeschlossen sein. Die Anschaffung neuer Geräte, die pro Stück mit 160 000 Franken zu Buche schlagen, sei momentan nicht geplant.

Der Einsatz mobiler Blechpolizisten ist effektiv: Im Vergleich zu fix installierten Anlagen bewirken sie mit einem geringeren finanziellen Aufwand eine höhere Prävention. Da laut Strausak ein mobiles Gerät jeden Monat an einem anderen Ort steht, bemerken viele Fahrzeuglenker gar nicht, dass es wieder weg ist, und halten sich weiterhin an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Ebenso falle es den meisten nicht auf, wenn es wieder am gleichen Ort stehe.

Jeder Hundertste geblitzt

Mit den beiden semistationären Tempomessgeräten wurden im letzten Jahr rund 1,9 Millionen Fahrzeuge kon­trolliert, wobei es genau 17 761-mal blitzte. Das entspricht einer Quote von 0,93 Prozent. Angenommen, es handelte sich dabei nur um geringe Geschwindigkeitsübertretungen bis zu fünf Stundenkilometern, was eine Busse von 40 Franken zur Folge hat, beliefen sich die Einnahmen der Stadt in einem Jahr auf mindestens 710 000 Franken.

Bei den vier fix installierten Anlagen, die an den Einfallsachsen stationiert sind, betrug die Übertretungsquote weniger als die Hälfte. Bei den acht Kombianlagen an Lichtsignalen, die sowohl Tempo- wie auch Rotlichtvergehen registrieren, fuhren lediglich 0,09 Prozent der kon­trol­lier­ten Fahrzeuglenker zu schnell.

Nicht nur den mobilen Blechpolizisten, sondern auch den Kombianlagen wird man in Zukunft öfter begegnen: Laut Strausak soll ihre Zahl bis 2015 auf zwölf Stück erhöht werden. Allerdings handle es sich bei der Einrichtung neuer Kombianlagen um keinen Ausbau, sondern lediglich um einen vom Grossen Gemeinderat beschlossenen Ersatz veralteter Geräte. Bis 2008 seien bereits zwölf Kombianlagen im Einsatz gewesen. «Die Geräte hatten aber ihre Lebensdauer überschritten und mussten demontiert werden», sagt Strausak. Pro Stück beliefen sich die Anschaffungskosten auf 180 000 Franken. Bei einer hohen Übertretungsquote sei die Investition schnell amortisiert. Solange ein Blitzer noch wenig bekannt ist, bleibt die Übertretungsquote hoch – und damit auch die Einnahmen der Stadt.

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