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Bei Zwinglis ists nun erdbebensicher

Nach umfassender Renovation wird die Helferei Grossmünster neu eröffnet. Sie präsentiert sich wieder ursprünglicher – und farbiger.

Noch werken Maler, Elektriker und Reinigungsleute. Aber bis Freitag sei alles fertig, versicherte Architekt Peter Joos gestern auf einem Rundgang. Samstag und Sonntag steht der Bau der Öffentlichkeit offen. «Am besten wäre es, wenn die Leute dann fragen: Was ist überhaupt neu?», sagt Joos. Er sähe das als Beweis, dass die gestalterische Logik des Umbaus erkannt wurde. Denn es wurde zwar einiges neu gemacht, aber nur so weit es funktional erscheint. Wände wurden neu gezogen. Die Treppe ins untere Foyer ist jetzt breiter. Der Lift wurde ins Gebäudeinnere verlegt. Zudem wurden Materialen ersetzt: etwa der Klinkerboden beim Eingang durch Sandsteinplatten. Sie fügen sich unauffällig ins historische Gemäuer ein.

Der Klinker war in den 1970ern verlegt worden, als letztmals renoviert wurde – und er verströmte die Ästhetik jener Zeit. Das war das damalige denkmalpflegerische Credo, erklärt Joos: Historisches durch Neues ergänzen und klar als Neues erkennbar sein lassen. Heute gestalte man unauffälliger. Insofern ist er zuversichtlich, dass diese Renovation länger hinhält als die letzte.

Erdungen in der Kapelle

In grösserem Stil umgestaltet wurde die Helferei 1860 durch Johann Jakob ­Breitinger. Von ihm stammt auch die Ka­pelle im neugotischen Stil. Das Gebäude dahinter hat seine Ursprünge im 13. Jahrhundert. In ihm wohnten auch Reformator Huldrych Zwingli und seine Familie. Ein Raum von damals, schiefwinklig und etwas düster, ist im Originalzustand erhalten. Im Übrigen ist das Gebäude heute Wohnhaus, Kirchgemeindehaus, Kulturhaus, und mit seinen Sitzungszimmern und Sälen kann es auch von Privaten gebucht werden.

Acht Millionen Franken hat die Renovation gekostet. Die ganze Haustechnik wurde erneuert. Aufwendig waren Einbauten, um das Gebäude erdbebensicherer zu machen, sagt Joos. Dasselbe gilt für den Blitzschutz. Die Erdungen mussten im Innern der Kapelle versenkt werden, weil draussen Starkstromkabel verlegt sind. Im Rahmen der dafür nötigen Grabungen wurden dann auch gleich die Sitzstufen entfernt, die in den 1970er-Jahren entlang der Wände eingebaut wurden. Neu ist dort eine durchgehende Bank angebracht. Und war der Raum früher fast durchgehend in Ocker gehalten, erstrahlt er nun in diversen Farben. Das Konzept dazu stammt vom Zürcher Künstler Carlos Matter.

http://www.kulturhaus-helferei.ch

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