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«Beim Richtplan darf man lokalpatriotisch sein»

FDP-Kantonsrat Dieter Kläy stimmte am Montag gegen längere Flughafenpisten – «als Zeichen für Winterthur».

Ihre Fraktion hat sich deutlich für den Pistenausbau am Flughafen ausgesprochen. Dennoch scherten drei FDP-Kantons­räte am Montag aus: zwei aus dem lärm- geplagten Zürcher Unterland – und Sie. Weshalb stärken Sie als Winterthurer Wirtschaftspolitiker die Flughafenkritiker? Dieter Kläy: Aus zwei Gründen, die nichts mit dem Unterland oder mit Kritik am Flughafen zu tun haben. Sondern? Erstens: Die Kapazitätsgrenze des Flughafens kann auch so noch erhöht werden. Im letzten Jahr zählte der Flughafen rund 262 000 Starts und Landungen. Diese Zahl könnte um gut 100 000 Flugbewegungen höher sein, bereits heute mit der jetzigen Pistensi­tua­tion. Zweitens: Ein Pistenausbau bedeutet auch für Winterthur in Zukunft mehr Fluglärm. Sie wollen also bloss verhindern, selbst unter mehr Fluglärm zu leiden – genauso wie die Unterländer. Und dafür blockieren Sie den Flughafen. Falsch. Das Zeichen gegen den Pistenausbau richtet sich nicht gegen den Flughafen. Dieser ist grossartig und sehr wichtig für den Wirtschaftsstandort Kanton Zürich. Bei der Abstimmung am Montag ging es einzig um einen Eintrag im Richtplan. Und bei diesem dürfen alle Kantonsräte auch ein wenig lokalpatriotisch denken. Dennoch hätten Sie sich beim Richtplan nicht gegen die FDP-Fraktionsmeinung wenden und sich als einziger Nichtunterländer aus dem Fenster lehnen müssen. Bis zum endgültigen Pistenausbau gibt es noch viele Schritte. Aber ich wollte als Vertreter von Winterthur ein Zeichen setzen. Es ist wichtig, das beim Richtplan zu tun. Und nicht erst, wenn es zu spät ist. Weshalb? Das Nein des Kantonsrats zum Pistenausbau ist ein Signal an den Bund. Dieser hat das letzte Wort zu Richtplan und Pistenausbau des Flughafens. Apropos Kapazität: Falls der Flughafen in drei bis fünf Jahren noch 100 000 Flugbewegungen mehr verzeichnet und an seine Grenzen stösst, würden Sie sich dann doch für eine Verlängerung der Pisten einsetzen? Diese Frage ist mir zurzeit allzu hypothetisch. Das Geschäft liegt nun beim Bund, beim Departement für Umwelt und Verkehr. Die zuständige Bundes- rätin, Verkehrsministerin Doris Leuthard, wird dieses erst vorantreiben, wenn der Staatsvertrag mit Deutschland besiegelt ist. Bis dann wird die Kapazitätsgrenze des Flughafens nicht ausgeschöpft werden und der Pistenausbau kein Thema sein.

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