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Beleuchtete Fahrpläne für Brüttens Rentner

Weil in der Gemeinde viele alte Menschen so lange wie möglich zu Hause bleiben wollen, versuchen die Behörden, ihnen den Alltag mit praktischen Massnahmen zu erleichtern.

Eine 45-jährige Brüttemerin muss sich gegenüber einer anderen Frau verteidigen: «Natürlich bin ich hier, es geht schliesslich um meine Zukunft», sagt sie und schmunzelt. Im Gemeindesaal sind zahlreiche Dorfbewohner versammelt, um sich zum Thema «Wohnen im Alter in Brütten» zu informieren. Der Altersschnitt ist wie erwartet hoch, doch auch Leute, die das Rentenalter noch lange nicht erreicht haben, nehmen an der Veranstaltung teil.

Das Thema beschäftigt die Gemeinde Brütten schon lange: Waren im Jahr 1988 gerade 10 Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre alt, sind es heute bereits 25 Prozent – Tendenz steigend. Der Wohnraum für Senioren, der mit behindertengerechter Infrastruktur ausgerüstet ist, wird knapp. Im Juni 2012 hatten sich deshalb rund 60 Brüttemer zu einem Austausch getroffen, um Ideen zu Treffpunkten, Mobilität, Wohnformen, selbstständigem Leben, Kosten und Freiwilligenarbeit einzubringen. Daraufhin hat eine Arbeitsgruppe gemeinsam mit der Pro Senectute die Vorschläge ausgewertet und ein Konzept erarbeitet, das am Samstag der Bevölkerung vorgestellt wurde.

«In erster Linie geht es darum, in unserem Altersforum Lücken zu füllen», sagt Referentin Ursula Krebs, Mitglied der Gesundheits- und Sozialbehörde. Im letzten Juni hätten sich viele gute Ideen angesammelt, die besten seien rausgefiltert worden. Herauskristallisiert habe sich vor allem, dass ältere Menschen so lange wie möglich zu Hause bleiben wollen und Pflegeheime meiden. Die Arbeitsgruppe habe deshalb Etappenziele erstellt: In den nächsten Monaten sollen etwa ein behindertenfreundlicher Zugang zur Arztpraxis im Dorf geprüft und Fahrpläne an Bushaltestellen besser beleuchtet werden.

Ein Jugendtreff für Senioren

In einem bis zwei Jahren sollen mittelfristige Ziele folgen. Zum Beispiel die Teilzeitanstellung einer altersbeauftragten Person, die Nachbarschaftshilfen, Selbsthilfegruppen für Senioren, Veranstaltungen sowie Förder- und Begleitprogramme für Freiwillige koordiniert. Sie soll vernetzt sein, Kontakte zu umliegenden Altersheimen pflegen und als Anlaufstelle für all diejenigen dienen, die Fragen zum Thema «Wohnen im Alter» haben.

Ein weiterer Punkt ist die Planung eines Entlastungsdienstes. Dieser soll eine Alternative zu den bereits bestehenden Altersheimen in Seuzach und Kloten bieten. Hierfür soll eine Dreizimmerwohnung im Dorfzentrum für einen sogenannten Alters-Treffpunkt genutzt werden, wo sich pro Tag zwei bis drei mobile Patienten begegnen können. Betreut von einer Pflegefachfrau, können sie Kaffee trinken, plaudern und – falls nötig – Hilfe jeglicher Art in Anspruch nehmen. «Es soll eine Art Jugendtreff werden – nur für Ältere», sagt Ursula Krebs von der Sozialbehörde.

Für ein eigenes Altersheim ist die Gemeinde Brütten zu klein. Langfris­tig will sich die Arbeitsgruppe deshalb auf die Planung altersgerechter Wohnungen in einem gemeinsamen Wohnhaus konzentrieren. Die Anträge werden nun dem Gemeinderat vorgestellt. Es bleibt abzuwarten, welche Ideen vors Volk kommen und in der Zukunft tatsächlich realisiert werden.

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