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Belgien abgebrüht – Südkorea harmlos

Belgien holte sich mit einem 1:0-Sieg in Unterzahl gegen ein harmloses Südkorea den Gruppensieg und trifft im Achtelfinal auf die USA. Algerien wird dort Deutschland herausfordern.

Drittes Spiel und dritter Sieg für Belgien: Obwohl nach dem Platzverweis für Steven Defour eine Halbzeit in Unterzahl, kamen die ganz in schwarz gekleideten Roten Teufel in São Paulo zum 1:0 gegen Südkorea und damit zum makellosen Gruppensieg.

Diesmal traf für die Mannschaft von Marc Wilmots kein Joker wie in den ersten beiden Spielen (2:1 gegen Algerien und 1:0 gegen Russland), sondern der zum Captain aufgestiegene Aussenverteidiger Jan Vertonghen. Er reagierte in der 78. Minute am schnellsten nach einem Abpraller von Keeper Kim nach einem Schuss von Divock Origi und sorgte damit für einen neuen Landesrekord. Noch nie in der Fussball-WM-Historie feierte Belgien drei Vorrundensiege. Nun warten die USA in den Achtelfinals.

Kurz vor der Halbzeit gab es die grösste Aufregung in der niveauarmen Schlussspiel der Gruppe H. Der Belgier Steven Defour wurde nach grobem Foul direkt vom Platz gestellt. Der Mittelfeldspieler stieg mit beiden Beinen frontal in Kim Shin-Wooks Füsse, traf das Schienbein des asiatischen Stürmers und gefährdete dadurch dessen Gesundheit. Der Platzverweis war ein gerechtfertigt.

Wechsel ohne Wirkung

Kim ist der häufigste Name in Korea, und zwei Kims wurden von Trainer Hong Myung-Bo – in seiner Heimat eine lebende Legende –, nach dem 2:4 gegen Algerien neu ins Startteam berufen. Kim Seung-Gyu für Jung im Tor und der Hüne Kim Shin-Wook ganz vorne. Wechsel die keine Wirkung zeigten und das Ausscheiden des WM-Vierten von 2002 nicht verhindern konnten. Fleiss und Beweglichkeit allein reichen im modernen Fussball zu keinem Erfolg, wenn Durchschlagskraft, Geistesblitze und Präzision fehlen.Nach 20 Anlaufminuten fanden sich die auf sieben Positionen umbesetzten Belgier allmählich. Im Bewusstsein, dass sie bereits für die Achtelfinals qualifiziert waren und nur einen Punkt benötigten, um Gruppensieger zu werden, wurde dem Gegner vorerst das Spieldiktat überlassen.

Nachdem Dries Mertens freistehend aus sechs Metern eine Kapitalchance ausgelassen hatte, durfte sich Belgien bei seinem langen Goalie Thibaut Courtois bedanken, nicht in Rückstand zu geraten. Der reflexstarke Keeper von Champions-League-Finalist Atletico Madrid, den Chelsea wieder zurückhaben will, wehrte einige satte Schüsse ab, rettete einige Male in extremis und verhinderte Südkoreas Ehrentor.

Mit zehn Mann kam Belgien im Spargang zum Erfolg und schaffte die Entscheidung erneut wie in den Partien zuvor in der Schlussviertelstunde. Das spricht für Substanz, Physis und Qualität. Offenbar verfügt der Geheimfavorit, der seinen Star Eden Hazard erst in den Schlussminuten einwechselte, über Reserven. si

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