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Bellinzona reicht eine Chance

lugano. Der Winterthurer Alessandro Ciarrocchi nutzte in der 18. Minute Bellinzonas einzige Chance zum Tor des Tages. Das 1:0 in einem mageren Derby in Lugano brachte die ACB auf Platz 2 der Challenge League.

Dieses Derby gegen Bellinzona sei das Spiel der Wahrheit, sagte Luganos Trainer Davide Morandi vorher. Und wenn er nachher wirklich als Wahrheit über seine Mannschaft nimmt, was er von ihr im heimischen Cornaredo sah, dann muss er um sie fürchten. Mit Leistungen wie diesen wird sich Morandis Lugano jedenfalls nicht auf Dauer unter den besseren Teams der Liga halten. Bisher hatte der FC Lugano auswärts wenig gezeigt, aber wenigstens zu Hause immer gepunktet, mit vier Siegen und drei Unentschieden. Nun aber verlor er, der bisher nicht weniger als zwei Drittel seiner Spiele vor eigenem Publikum machen konnten, selbst daheim.

Es war eine Niederlage, die Luganos Leistung entsprach. Es war aber auch ein Sieg der AC Bellinzona, der ziemlich guter Lohn war. Denn auch die ACB bot enttäuschend wenig, aber sie hatte eben den entscheidenden Vorteil, nach einem frühen Vorsprung nur noch verteidigen zu müssen. Genau genommen spielten sich beide Mannschaften eine Torchance heraus, Lugano vergab sie, Bellinzona nutzte sie. Der Rest war ungefährliches, ideenloses Anrennen Luganos, war ziemlich problemloses Verteidigen Bellinzonas ohne nennenswertes Konterspiel.

Königs Parade gegen Sadiku

Die zwei entscheidenden Szenen ereigneten sich schon sehr früh. In der 5. Minute erlief sich Luganos Rechtsverteidiger Paulo Menezes kurz vor der Linie einen Pass und flankte direkt zur Mitte; dort stand Skorer Armando Sadiku, der aus sechs Metern einen Kopfball abgab, der sehr schwierig abzuwehren war. Aber Swen König, dem Torhüter der ACB, glückte dies. Er brauchte sonst selbst in Zeiten klarer Feldüberlegenheit Luganos keinen auch nur halbwegs schwierigen Ball zu greifen. Aber mit dieser einen Parade leistete er seiner Mannschaft einen grossen Dienst.

In der 18. Minute folgte die massgebliche Szene der ACB: Nach guter Vorarbeit Markus Neumayrs und Ciarrocchis, der ihn mit einem Absatztrick in beste Schussposition gebracht hatte, missriet dem jungen Italiener Christian Massella der Abschluss völlig. Aber er hatte das Glück, dass auf dem Weg des flachen Balls Ciarrocchi stand; der lenkte ihn ab und ins Tor. Weil auch noch ein Verteidiger zu weit hinten stehen geblieben war, musste Ciarrocchi auch keinen Abseitspfiff befürchten.

Mit einem ein weiteres Mal so gut wie wirkungslosen Silvan Aegerter im Zen­trum, mit einem Sadiku, der im Strafraum nie mehr an den Ball kam, mit ungenügenden Flügelspielern konnte Lugano den Gast nicht wirklich vor Probleme stellen. Francesco Gabriele, der neue Trainer der ACB aus dem Solothurnischen, konnte sich zumindest über die defensive Stabilität seiner Mannschaft freuen – und natürlich über den dritten Sieg in Folge, den dritten mit einem Tor Differenz.

Danach ist Bellinzona, eigentlich unter Raimondo Ponte als Aufstiegsanwärter Nummer 1 in die Saison gegangen, wenigstens Zweiter, wenn auch sieben Längen hinter dem FC Aarau. In der «Tessiner Meisterschaft» bietet sich nach den beiden Derbys des Wochenendes dieses Bild: Weiterhin ist der FC Chiasso (4 Derbys/10 Punkte) die Nummer 1 im Kanton, vor der ACB (4/9) und weit vor Lugano (4/2) und Locarno (4/1). Lugano hat sich den Rückstand auf die Spitze also im Süden eingehandelt ... (red)

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