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Berufsfahrer sind gleichgestellt

Für einen Fahrausweisentzug braucht es weniger, als man allgemein denkt. Denn wer auf das Auto angewiesen ist, sollte sich vor weit verbreiteten Irrtümern hüten. Dazu nur ein mögliches Beispiel aus dem Alltag.

Der Fall:

Der Lastwagenchauffeur Werner K. wird an einem Freitagabend auf der Fahrt nach Hause mit seinem Privatauto von der Polizei angehalten und zur Alkoholkontrolle aufgefordert. Dummerweise hat er in seiner Stammbeiz nach getaner Arbeit mit den Kollegen noch auf den Feierabend angestossen. Der von den Beamten durchgeführte Atemtest vor Ort zeigt prompt 1,0 Promille. Die deswegen angeordnete Blutprobe bestätigt diesen Befund. Das Strassenverkehrsamt kündigt umgehend einen Ausweisentzug für drei Monate an.

Die Annahme:

Werner K. ist indes überzeugt, dass er darum herumkommt, seinen Ausweis abgeben zu müssen – schliesslich ist er ja Berufsfahrer: «Wenn ich wegen des Entzugs meinen Job verlieren würde, muss ich das Billett sicher nicht abgeben».

Die Beurteilung:

Wie stark jemand privat oder beruflich aufs Auto angewiesen ist, spielt zwar bei der Beurteilung der Entzugsdauer eine Rolle. Doch es gilt je nach Schwere des Vergehens eine Minimaldauer für den Ausweisentzug. Mit anderen Worten: Wer wie Werner K. mit 0,8 oder mehr Promille am Steuer erwischt wird, muss den Ausweis auf jeden Fall für mindestens drei Monate abgeben – auch wenn er deswegen seine Job verlieren könnte. Daniel Leiser, lic. iur.

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