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«Besser eine schlecht bezahlte Arbeit als keine»

Ziel der Mindestlohninitiative ist, dass alle Arbeitnehmenden von ihrem Lohn leben können und damit die Armut in der Schweiz reduziert wird. So würde ein Teil der Lohnbeziehenden mit dem Mindestlohn von 4000 Franken ihre Lebenskosten decken können, aber viele andere finden als Folge des vorgeschriebenen Mindestlohns keine Stelle mehr. Denn: Dass die staatliche Festsetzung eines Lohnminimums in dieser Höhe (22 Franken pro Stunde, das ist der weltweit höchste Mindestlohn) Arbeitsplätze gefährdet, ist völlig logisch.

Die Arbeitgeber haben höhere Lohnkosten ohne Produktionszuwachs. Sie geraten unter mehr Konkurrenzdruck, gerade auch in der Landwirtschaft gegenüber dem Import oder in den Randregionen, wo die Löhne im Nachbarstaat viel tiefer sind. Sie müssen das mit Arbeitsplatzabbau oder Auslagerung korrigieren, der Schwarzmarkt wird blühen. Und die Leidtragenden sind die Leistungsschwächeren, die Langzeiterwerbs­losen, die Ausgesteuerten, deren Chancen auf eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt noch mehr sinken. Es ist besser, eine schlecht bezahlte Arbeit zu haben, als gar keine! Die Volksin­itiative hilft nur den Lohnbeziehenden. Von den Armutsbetroffenen sind aber nur 13 Prozent Lohnbezüger. Für alle andern ist der Mindestlohn kein Rezept gegen die Armut.

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