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Bessere Startplätze und mehr Konstanz

MOGYOROD. Nach dem besten Saisonergebnis seit der Rückkehr in die Selbstständigkeit will das Sauber-F1-Team in Ungarn einen weiteren Schritt nach vorne machen. Drei der bisher 25 Podestplätze sind am Hungaroring gefeiert worden.

Tops und Flops halten sich im bisherigen Saisonverlauf bei Sauber die Waage. Melbourne, Sepang, Barcelona, Montreal und Hockenheim haben sich als gute Pflaster erwiesen. In Schanghai, Shakir, Monaco, Valencia und Silverstone ist es nicht gelungen, das enorme Potenzial des Sauber C31-Ferrari zu nutzen. Nicht konkurrenzfähig war das Auto einzig in Bahrain, die vier weiteren Pleiten sind die bittere Quittung für gleichmässig verteilte Fahr- und Strategiefehler. «In der ersten Halbzeit haben wir mehrfach gezeigt, was möglich ist, aber noch lange nicht das Optimum herausgeholt», findet Peter Sauber. «Wenn es uns ab jetzt gelingt, mehr Konstanz in die Sache zu bringen, können wir in der Weltmeisterschaft noch viel Boden gutmachen.»

Je 44 WM-Punkte waren die Ausbeute in den beiden ersten Saisons nach dem Hals-über-Kopf-Rückzug von BMW. 80 sind es schon in diesem Jahr, in dem noch viel mehr möglich ist. Die neue Messlatte ist das fünftklassierte Mercedes-Werksteam, das trotz des viel grösseren finanziellen und personellen Aufwands erst 25 Punkte mehr auf dem Konto hat. «Es ist schon etwas Besonderes, ein solches Team aus eigener Kraft in Schach halten zu können wie in Hockenheim», gesteht Sauber. «Da lacht auch das Herz eines altgedienten Teamchefs.» Der weiss aber auch, wo jetzt die Hebel anzusetzen sind: «Für noch bessere Resultate sind wir auf bessere Startplätze angewiesen. Dem Qualifying müssen wir deshalb noch grössere Aufmerksamkeit widmen.»

Auf Heidfelds Spuren

In Ungarn, dem Schauplatz des elften WM-Laufes, ist der Startplatz noch wichtiger als anderswo, weil der verwinkelte und langsame Hungaroring eigentlich nur eine richtige Überholmöglichkeit bietet.

Dass Sauber hier drei der 25 bisherigen Podestplätze herausgefahren hat, stimmt nach der Galavorstellung in Deutschland noch optimistischer. Nick Heidfeld kam 2006 und 2007 mit jeweils 43 Sekunden Rückstand auf die Sieger als Dritter ins Ziel, und dasselbe ist 1997 schon Johnny Herbert gelungen. Die letzten Punktgewinne für Sauber gab es vor zwei Jahren, als Pedro de la Rosa und Kamui Kobayashi die Plätze 7 und 9 belegten. Weitere WM-Punkte gingen auf das Konto von Karl Wendlinger, Heinz-Harald Frentzen und Giancarlo Fisichella.

Nicht nur in die Punkte zu fahren, sondern endlich einmal oben auf dem Podest zu stehen, ist das erklärte Ziel von Kobayashi. «Früher kamen wir mit solchen Strecken nicht gut zurecht, aber mit dem diesjährigen Auto ist das anders. Der C31 ist auch auf kurvenreichen Kursen sehr schnell», freut sich der Japaner, dem auch das Wetter keinen Streich spielen sollte. «In letzter Zeit hatten wir einige Probleme, wenn es nass war, aber in Budapest ist das Wetter am Grand Prix ja meistens sehr gut. Ich freue mich deshalb auf ein heisses und trockenes Wochenende. Dieses Rennen ist auch deshalb wichtig, weil es das letzte vor der Sommerpause ist. Nur wer mit einem guten Resultat abschliesst, kann die Ferien richtig geniessen.»

Sergio Pérez hat sich als Zweiter von Malaysia und Dritter von Kanada schon ein bisschen ans Podest gewöhnt und strebt nach Höherem. Dreimal in Folge ist der Mexikaner nun schon aus scheinbar aussichtslosen Startplätzen losgefahren und trotzdem jedes Mal auf Punktepositionen vorgefahren. «Aus ganz unterschiedlichen Gründen ist es zuletzt immer schiefgelaufen. Wir arbeiten aber intensiv daran, unsere Leistung im Qualifying zu verbessern, und wollen das jetzt endlich einmal umsetzen», kündigt der 22-Jährige selbstbewusst an. «Unser Auto kann genauso schnell sein wie in Hockenheim. Im letzten Jahr habe ich es mit einem weniger guten Auto bereits ins Top-10-Qualifying geschafft. Das müsste auch jetzt möglich sein. Ich werde wie immer alles geben.»

Kein zusätzlicher Druck

Von Seiten der Teamleitung werden die Fahrer nicht unter Druck gesetzt. «Wir müssen aufpassen, dass die Last auf ihren Schultern nicht zu gross wird, denn sie machen einen guten Job», bestätigt Teamchefin Monisha Kaltenborn. «Auf ihnen lastet eine grosse Verantwortung. Es wird erwartet, dass sie gute Ergebnisse nach Hause bringen, ungeachtet dessen, was wir ihnen auf Seiten des Autos an die Hand geben. Dabei befinden sie sich erst in der zweiten und dritten vollen Saison.»

Abtrieb und Balance

Was es braucht, um im ländlichen Mogyorod bei Temperaturen um 30 Grad schnell zu sein, verrät der verantwortliche Renningenieur Giampaolo Dall’Ara, der am letzten Sonntag in Hockenheim ebenfalls von einer grossen Last befreit worden ist: «Der Hungaroring verlangt fast so viel Abtrieb wie in Monaco, es folgt Kurve auf Kurve, und die Geraden sind vergleichsweise kurz. Anders als in Monaco sind die Kurven aber flüssiger. Deshalb muss auch die Fahrzeugbalance optimal passen. Da der Belag ausserhalb der Ideallinie extrem schmutzig ist, sind Überholmanöver extrem schwierig. Mit guten Startplätzen liesse sich das Risiko erheblich verringern.» Die Sauber-Leute wissen genau, worauf es diesmal ankommt.

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