Zum Hauptinhalt springen

Bessere Stimmung ohne Arbeitsmigranten

Diesen Winter waren die «richtigen» Obdachlosen im «Pfuusbus» von Pfarrer Sieber wieder unter sich.

Die Stimmung in Pfarrer Siebers «Pfuusbus» ist im vergangenen Winter viel besser gewesen als im Jahr zuvor. Der Grund: Die Arbeitsmigranten aus der EU wurden an einem anderen Ort untergebracht. Die «richtigen» Obdachlosen, die häufig psychisch und physisch angeschlagen sind, waren wieder unter sich. Im Vorjahreswinter hatten die Zürcher Sozialwerke Pfarrer Sieber (SWS) mehrmals Sicherheitsdienste und Polizei aufbieten müssen, weil Arbeitsmigranten und «normale» Obdachlose aneinandergeraten waren. Die Spannungen und Konflikte seien teilweise massiv gewesen, teilten die SWS gestern mit. Zu unterschiedliche Gruppen Die beiden Gruppen seien für ein Zusammenleben zu unterschiedlich. Während es sich bei den einheimischen Obdachlosen überwiegend um sozial desintegrierte Menschen handle, hätten die meisten Arbeitsmigranten zu Hause tragfähige Familienstrukturen. Als Folge dieser Spannungen hätten viele Obdachlose im Vorjahreswinter den «Pfuusbus» gemieden. Sie suchten Unterschlupf am Flughafen, an andern Orten in der Stadt und am Stadtrand. Arbeitsmigranten im «Iglu» In diesem Winter wurden die Wanderarbeiter nun ausquartiert – in das sogenannte «Iglu», eine Notschlafstelle ausschliesslich für Arbeitsmigranten. Dies habe es den «richtigen» Obdachlosen erlaubt, wieder in den «Pfuusbus» zurückzukehren. Einheimische Obdachlose hätten nun wieder jene Unterstützung und Gemeinschaft gefunden, welche den «Pfuusbus» auszeichneten, schreiben die SWS. Insgesamt verzeichnete der «Pfuusbus» im Winter 2013/ 2014 3626 Übernachtungen, rund 100 mehr als im Vorjahr. Im «Iglu» in Seebach wurden 1086 Übernachtungen registriert. Rund 160 Personen aus dem EU-Raum schliefen in diesem Massenlager. Die meisten kamen aus Rumänien, Spanien, Polen und Bulgarien. Pro Nacht schliefen zwischen 5 und 20 Personen dort. In ihrer Mitteilung wehren sich die SWS gegen den Vorwurf, eine Unterkunft für Wanderarbeiter ziehe diese Menschen an. Das «Iglu» habe keine Ma- gnetwirkung gehabt, denn sonst hätten die Belegungszahlen kontinuierlich steigen müssen. Dies sei aber nicht der Fall gewesen, schreiben die SWS. (sda)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch