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Besseres Leseverständnis – dank den Migranten

BERN. Bei den Leseleistungen ist der Trend an Schweizer Schulen positiv. Dies ist eine Folge neuer Migrationsströme – die eingewanderten Deutschen können bereits Deutsch.

Für den Bereich «Lesen» zeigen die aktuellen Pisa-Ergebnisse ein erfreuliches Bild: Die Werte der Schweizer Schülerinnen und Schüler liegen hier signifikant über dem Mittelwert der OECD-Länder.

Und seit den ersten Tests im Jahr 2000 haben sich die Ergebnisse stetig verbessert. Wurde für die «durchschnittliche Leseleistung» anfänglich noch ein Wert von 494 Punkten ermittelt, erreichten die 15-Jährigen im vergangenen Jahr nun 509 Punkte.

Die Leseleistung hat sich damit zwar nicht wesentlich erhöht; statistisch gesehen fällt die Erhöhung der Werte ganz knapp als «nicht signifikant höher» aus. Aber immerhin gilt der Trend für die Schweiz diesbezüglich als «statistisch signifikant positiv». Dies bedeutet: Viel hat sich bezüglich durchschnittlicher Leseleistung nicht verändert – aber die Entwicklung geht grundsätzlich in die richtige Richtung.

Schwache werden stärker

Dieser positive Trend zeigt sich insbesondere im Anteil der leseschwachen Schülerinnen und Schüler. Der Anteil jener 15-Jährigen, die den zwei schwächsten der insgesamt sechs Pisa-Kompetenzniveaus zugerechnet werden, ging zwischen 2000 und 2012 von 20 auf 14 Prozent zurück. Bei den lesestarken Jugendlichen mit Niveau fünf und sechs haben sich bei den alle drei Jahre stattfindenden Tests keine Veränderungen ergeben. Ihr Anteil lag sowohl 2000 als auch 2012 bei neun Prozent.

Laut der Pisa-Studie ist diese Entwicklung «zu einem grossen Teil auf die veränderte Zusammensetzung der Schülerschaft zurückzuführen». Denn der positive Trend ist vorwiegend auf die Schülerinnen und Schüler mit Mi­grationshintergrund der ersten Generation zurückzuführen, bei denen sich die Leseleistung deutlich verbessert zeigt.

Die Gruppe dieser Schüler, die im Heimatland ihrer Eltern geboren wurde, hat sich sozioökonomisch und sprachlich verändert: «Die soziale Herkunft der Schülerinnen und Schüler dieser Gruppe ist im Jahr 2012 privilegierter als im Jahr 2000», wird im Pisa-Bericht festgehalten. «Und der Anteil an Jugendlichen, die im Elternhaus eine andere Sprache als die Testsprache sprechen, ist seit dem Jahr 2000 von 80 auf 58 Prozent zurückgegangen.» Die positiven Pisa-Werte im Bereich «Lesen» sind damit auf die starke Zuwanderung aus Deutschland zurückzuführen.

Da dies nur einen Teil des Trends begründet, weist der Dachverband der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer dar­auf hin, dass «die in den letzten ­Jahren getätigten Investitionen in die Leseförderungen offensichtlich positiv wirken». Daher müssten sie an den Schulen weitergeführt werden. Davon könnten insbesondere die Knaben profitieren. Denn wie seit 2000 schneiden Schülerinnen bei der Lesekompetenz markant besser ab als Schüler. (og)

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