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Besuchszeit

So süss kann Lernen sein: Im Schulhaus Guggenbühl bekommt eine dritte Klasse ein Jahr lang regelmässig Besuch von einem Baby. Die Kleine heisst Lisa und vereint die typischen Eigenschaften ihrer Altersgenossinnen: Sie braucht Schutz, Betreuung und Liebe und entwickelt sich rasend schnell. Hinter dem Besuch der jungen Dame steckt ein Projekt namens «Roots of Empathy». Wie der Name sagt, geht es also um Empathie, dar­um, sich in jemanden hineinzuversetzen. Baby Lisa soll für das soziale Lernen der Schülerinnen und Schüler ein Katalysator sein.

Skeptiker werden einwenden, das bringe nichts, soziales Lernen finde sowieso unter den Schülern statt. Stimmt. Aber ebenso richtig ist: Eine Erkenntnischance ist jeder Begegnung inhärent. Der Stadtverbesserer plädiert dar­um dafür, das Projekt weiterzudenken.

Nehmen wir die UBS, die das Empathie-Projekt sponsert. Zwar wäre ein Baby an der Bahnhofstrasse fehl am Platz. Aber wie wäre es, wenn die Banker dem Wolfsrudel aus dem Bruderhaus mal beim Zerteilen der Beute beiwohnen würden? Spitzenmanager könnten viel von der Beobachtung eines jungen Kuckucks lernen, wie er im gemachten Nest feisser wird und seine Nebenmänner über Bord wirft. Aber auch in alltäglichen Berufen sind die Lerngelegenheiten immens. Was sensibilisiert die Lehrtochter im Haushaltswarengeschäft besser als der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen?

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