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Beuteschema und Deko-Wut

Rolf Schmid ist ein Experte in Beziehungsfragen. In seinem Programm «XXL» stellte der Komiker im Casinotheater seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis.

Von Türen zu Konfitüren: Von dieser Art sind viele von Rolf Schmids Wortwitzen. Am Donnerstag hatte das siebte Programm des 55-jährigen Bündners im Casinotheater Premiere. Dem Publikum gefällts, beim Schlussapplaus steht der Saal. Schmid ist Experte in Beziehungsfragen, und seine Eheszenen zählen zu den besten Nummern. Etwa wenn er infolge Heirat aus ihrem Beuteschema fällt und nur noch seine Ruhe haben will. Oder wenn sie aus Langeweile die Wohnung mit Kissen und Holzfiguren zudekoriert und er dazu gute Miene macht. Dann versteht das jeder im Saal, solche Konflikte sind Alltag.

Virtuos erklärt

Mimik und Gestik sind etwas monoton. Meist grinst Schmid bubenhaft und fuchtelt mit den Händen herum. Eine wohltuende Abwechslung ist es darum, wenn er hüfteschwingend als charmant-schmieriger Player seine Fünfsternhotelferien in der Toskana schildert. Es gibt auch zähe Nummern, und die Wortspiele und Pointen sind selten überraschend. Zum Lachen ist die Art, wie Schmid sie bringt. Da profitiert er auch vom Charme des Bündnerdialekts: «Macht das en Sinn? I meinti nitta.»

Der ehemalige Bäckermeister, der seit 35 Jahren auf der Bühne steht, wird gerne auf seinen Sketch des müden Machos reduziert, der seiner Frau die ganze Hausarbeit überlässt («I maag eifach nitta»). In «XXL» stellt er seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis, mit Frauenfiguren und Pantomimen. Virtuos ist Schmid, wenn er weiss, wie die Welt funktioniert. Weshalb es am Gotthard so oder so zum Stau kommt. Nicht dass wir es nicht auch schon gewusst hätten. Aber niemand hat es uns so charmant erklärt.

Elefant mit Marschmusik

Unmerklich rutscht der Witz ins Groteske, wenn Schmid ohne Worte mit einer gelben Giesskanne vor dem Gesicht zu Marschmusik herumstolziert – wobei der Saal wie auf Kommando mitklatscht. «Ich könnte das stundenlang machen», kommentiert Schmid. Und dabei weiss er das Publikum auf seiner Seite. dwo

Rolf Schmid: XXL. Heute, 20 Uhr, Casinotheater Winterthur.

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