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Bewegung auf dem Pop-Gebiet

Die bösen Tanzbuben kommen in die Stadt – und ein süsses Mädchen ist auch dabei. Morgen hat «Best of Rock the Ballet» in der Maag-Halle Zürcher Premiere.

Boy trifft Girl. Viele haben diese Geschichte schon erzählt: Wie es zur Liebe kommt, wie sie wieder geht, mit allem, was da so Schritt für Schritt dazwischen ist. Diese Geschichte könnte «I Gotta Feeling» heissen (von den Black Eyed Peas). Oder auch «Fallin’» (von Alicia Keys): «Ich verliebe mich immer wieder in dich, oh, oh, oh.» Jedenfalls geht es um das Sexieste, was zwei Menschen passieren kann: den Pas de deux von Körpern.

Man kann das oh, oh, oh noch grösser machen. Dann treffen sechs Boys auf ein Girl. Der Text zu dieser Geschichte ist dann von Queen: «Give Me Body». Ein bisschen viel Wackeln mit dem Po ist in diesem Fall auch dabei. Sechs Tänzer, eine Tänzerin, das ist auch die Konstellation von «Rock the Ballet». Sie tanzen sich eins zu sechs durchs Pop-Gebiet, von Coldplay, Prince, Queen und Co. bis zu Michael Jackson. Die Liebe zu dieser Musik geht da reihum: Das Girl wird Nummer für Nummer von Mann zu Mann weitergereicht. In Body Language sind die Bad Boys of Dance richtig gut, sie sprechen mit den Körpern.

Aber eigentlich tanzen die sechs Tänzer nicht für das Mädchen auf der Bühne, so süss es sich in seinem Röckchen auch bewegt. Die Boys machen es für das Publikum. Damit auch wir eine grosse Freude haben – oh, oh, oh.

So ist es wieder in der Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg gewesen, wo das Best-of-Programm von «Rock the Ballet» Anfang Januar Premiere hatte. Und so wird es ab morgen in der Maag-Halle in Zürich sein, wo die Boygroup des Tanzes bis Ende Monat gastiert. «Rock the Ballet» bringt eben die Girls aus dem Häuschen mit «the cutest ass I’ve ever seen» (Text von Queen).

Träne und Wasserfall

Das ist die Sprache, auf die sich alle gut verstehen. Der amerikanische Tänzer Rasta Thomas, der unter anderem schon einen Flirt mit dem Kirow-Ballett in St. Petersburg hatte, gründete 2007 die Bad Boys of Dance. Ein Jahr später entstand zusammen mit seiner Ehefrau und Choreografin Adrienne Canterna die erste Show von «Rock the Ballet». Das Konzept, Pop von Coldplay bis Queen zu vertanzen (Werbespot: «Das Beste von Baryschnikow, Bruce Lee und Michael Jackson»), schlug ein. Seitdem ist die Truppe unterwegs durch die ganze Welt. Und überall gibt es Standing Ovations für die Boys – aber auch für das Mädchen.

Denn sie sind alle richtig sympathisch. Sehr liebenswert. Sehr professionell. Eine Truppe, die auf der Bühne alles gibt. Das Publikum dankt es den Tänzern mit Begeisterung, es schenkt ihnen das Herz. «Unglaublich, wie viele Zeichen der Liebe wir bekommen», sagt Adrienne Canterna in Hamburg. Man wartet auf den nächsten Besuch. Und jeder Auftritt schreibt die Geschichte weiter. Man kann sich immer wieder in «Rock the Ballet» verlieben.

Das Best-of-Programm beginnt mit «I Gotta Feeling». Und schon rockt das Publikum mit. Jede Hebefigur, jeder grosse Sprung wird bejubelt. Die Tänzer zeigen auch gleich, was sie können (und sie können recht viel): klassische Bewegung, aufgepeppt im Street Style. So tanzen sie sich im T-Shirt durch Kravitz, Coldplay, Brel («Ne me quitte pas») oder Alicia Keys. Jeder Schritt will eine Aussage sein – da wird eine Träne choreografisch gleich zum Wasserfall.

Es geht um grosse Gefühle. Und doch bleibt das ganze Unternehmen in seiner Art zutiefst amerikanisch: «Best of Rock the Ballet» ist bestes Entertainment.

«Rock the Ballet», Teil eins und zwei, hat die Marke gesetzt. Die Show lässt sich nach Nummern steigern. Ein paar Stücke sind im Best-of-Programm dazugekommen, wie «Love Runs Out» von One Republic.

Nach der Pause ist wie ein anderer Ton da, eine neue Energie, eine andere Farbe kommt ins Programm. Jetzt sind Queen dran, natürlich mit «We Will Rock You». Mit «Bicycle». Mit «Bohemian Rhapsody». Die Tänzer könnten hier in den Himmel tanzen, wenn sie die Choreografin nicht immer wieder bremsen würde. Melancholisch muss hier niemand werden. Adrienne Canterna ist zwar kein Béjart. Aber ihre Tänzer haben es drauf.

Und die Boys geben am Schluss für das Publikum das letzte Hemd – ein Chippendales-Moment. Schliesslich heisst die Zugabe «I’m Too Sexy». Stefan Busz

Maag-Halle, Zürich, 20. 1. bis 1. 2.

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