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Bildgesang und Herzensbilder

zürich. Unter dem Titel «Rollenspiel und Bildgesang» erzählt das Völkerkundemuseum der Universität Zürich «Geschichte und Geschichten bengalischer Bildrollen». Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Sammlung indischer Volkskunst, die zwei Zürcher im bengalisch geprägten Osten Indiens zusammengetragen haben. Seit mehr als zweitausend Jahren ist in dieser Region das Erzählen und Besingen von Geschichten anhand von Bildrollen belegt. Buddhistische Mönche verbreiteten auf diese Weise ihre Lehre, fahrende Künstler erzählten so der meist nicht schriftkundigen Landbevölkerung indische Epen und Götter- und Heldengeschichten. Im Osten Indiens halten sich bis heute zwei Traditionen: die der «patua» und der «jadopatia». Beide sind aufgrund politischer Veränderungen, moderner Medien und sozialer Umwälzungen gezwungen, neue Überlebensstrategien zu entwickeln. Während die Vertreter der «patua» diese Herausforderung meistern, scheitern die «jadopatia». Daran halten nur noch die alten Männer fest, während die jungen ihr Auskommen in anderen Berufen suchen. Die «jadopatia» stehe vor dem Aus, schreibt das Museum. Die von einer Buchpublikation begleitete Ausstellung geht dieser Entwicklung nach. Sie gibt Einblick in das jahrtausendealte Erzählgut Indiens. Und sie beleuchtet die Gründe des heutigen Erfolgs und Misserfolgs der Bildersänger (bis 3. März 2013). Eine zweite Ausstellung im Völkerkundemuseum zeigt unter dem Titel «Bilder des Herzens» bis 21. Oktober japanische Tusche-Schriftbilder des buddhistischen Mönchs Yamakawa Sogen Roshi und der Pinselschriftkünstlerin Suishu T. Klopfenstein-Arii. (sda)

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