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Blicke zurück auf die Kleinandelfinger Geschichte – mit einer Parallele zu heute

Am Tag der offenen Gemeindekanzlei vom kommenden Samstag ist auch das Kleinandelfinger Archiv geöffnet – mit einer Geschichte, die an die Gegenwart erinnert.

Am Samstag öffnet die Kanzlei der Gemeinde Kleinandelfingen im weinroten, nigelnagelneuen Gebäude ihre Türen für die breite Öffentlichkeit (siehe Kasten). Den Tag der offenen Gemeindekanzlei veranstaltet die Politische Gemeinde zusammen mit dem Zivilstandsamt des Bezirks Andelfingen und dem Sozialdienst des Fürsorgeverbandes Andelfingen, die im gleichen Gebäude unter­gebracht sind. Im Gemeindearchiv schlummert so manche Geschichte aus der Vergangenheit der einstigen Zivilgemeinden Alten, Kleinandelfingen und Oerlingen, die heute zusammen die Politische Gemeinde Kleinandelfingen bilden. Der Historiker Markus Brühlmeier wird die Besucher am Tag der offenen Gemeindekanzlei durchs Archiv führen, interessante Anekdoten daraus erzählen und alte Landkarten zeigen. Abneigung gegenüber Zürich Wer glaubt, Diskussionen um Fusionen seien ein Novum im Kanton Zürich, der irrt. So sind politische Gemeinden eine vergleichsweise junge Erscheinung – jene von Kleinandelfingen entstand erst 1804. Oerlingen und Alten wurden ungefragt angeschlossen. Redeten die Leute damals von der Gemeinde, meinten sie die Zivilgemeinde. «Die politische Gemeinde war zu Beginn gar nicht beliebt», erzählt Brühlmeier. Das neue Gebilde galt als etwas Zentralistisches, das von Zürich aus kam, «wie wenn heute von Brüssel die Rede ist». Die Zivilgemeinden Kleinandelfingen (bis 1965), Oerlingen (bis 1994) und Alten (bis 1968) blieben zwar eine Zeit lang parallel zur Politischen Gemeinde Kleinandelfingen bestehen, sie gaben aber immer mehr Aufgaben an diese ab. Ein historisches Déjà-vu Ab 1926 beschleunigte sich der Vorgang – Brühlmeier spricht von einer «Selbstauflösung» der Zivilgemeinden. Sie konnten aber auch vom Kanton aufgelöst werden, wenn sie ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen konnten. Erst mit der neuen Kantonsverfassung verschwanden die letzten 20 Zivilgemeinden Ende 2009, so auch jene von Rudolfingen, Trüllikon und Wildensbuch. Ein Überbleibsel aus der Zeit der Zivilgemeinden sind die Flurgenossenschaften, die zum Beispiel den Unterhalt der Feldwege organisieren. Heute kann der Kanton zwar keine Gemeinde mehr zur Fusion zwingen. Zusammenschlüsse begrüsst er jedoch sehr und setzt Anreize, zum Beispiel durch die Übernahme von Schulden. Und: Insbesondere kleinen Gemeinden legt Zürich nahe, sich zusammenzutun, um ihre Aufgaben weiterhin erfüllen zu können – eine Parallele zur Geschichte der Zivilgemeinden.

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