Kloten

Über 100-jährigen Blindgänger neben Flugpiste gefunden

In der Nacht auf Montag ist auf dem Flughafengelände eine uralte Granate gefunden worden. Das sei ein bekanntes Risiko, heisst es. Darauf sei der Flughafen aber gut vorbereitet.

Die gestern gefundene Granate in der Nähe der Piste 28 dürfte von Schiessübungen mit solchen Kanonen stammen. Das Bild prangte einst auf einer Militärpostkarte und zeigt eine Artillerieeinheit um 1919 im Gebiet des heutigen Flughafens. Foto: Militär (Archiv)

Die gestern gefundene Granate in der Nähe der Piste 28 dürfte von Schiessübungen mit solchen Kanonen stammen. Das Bild prangte einst auf einer Militärpostkarte und zeigt eine Artillerieeinheit um 1919 im Gebiet des heutigen Flughafens. Foto: Militär (Archiv) Bild: Archiv

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Auf die explosive Überraschung stiessen die Arbeiter bei Grabungsarbeiten zum Einbau von Kabelschutzrohren auf dem Flughafengelände. In der Nähe der Piste 28 kam in der Nacht auf Montag ein Blindgänger zum Vorschein. Gemäss Kantonspolizei Zürich handelt es sich um eine 38 Zentimeter lange und 12 Zentimeter breite Granate, die dort einst verschossen wurde, aber nicht detoniert war.

«Die Granate war ungewöhnlich tief im Boden gefunden worden», erklärt Sonja Zöchling, Kommunikationschefin des Flughafens. In solchen Fällen würden nebst den vor Ort anwesenden Sprengstoffspezialisten der Kapo, jeweils auch Fachspezialisten vom Kamir (Kompetenzzentrum für Kampfmittel und Minenräumung) des Militärs beigezogen.

Im Sprengbunker vernichtet

Gemäss Kapo wurde ein solcher Armeespezialist schon kurz nach dem Granatenfund um drei Uhr nachts aufgeboten. Dieser sei rasch vor Ort gewesen, so dass der heikle Fund schon bald geborgen und abtransportiert werden konnte. Die Granate wurde anschliessend in einem sogenannten Sprengbunker vernichtet. Über die Beschaffenheit der Granate ist nicht viel bekannt, ausser ihrer Grösse und dass sie ziemlich stark verrostet gewesen sei. Bilder des Blindgängers hat die Kapo gestern bewusst keine verbreitet, um die Aufregung nicht zusätzlich anzuheizen, wie es hiess. Dies nachdem im Laufe des Morgens etliche Medien in ihren News-Alerts auf den explosiven Fund hingewiesen hatten.

Es wird geschätzt, dass die Granate zwischen 1911 und 1917 dort gelandet ist und somit schon über 100 Jahre im Boden steckte. Sie stammt also aus den Anfangszeiten der militärischen Nutzung des Gebiets. Ab 1911 entstanden nämlich die ersten Gebäude der beiden Kasernen in Kloten und Bülach und das Waffenplatzgelände erstreckte sich über anfänglich mehr als 1000 Hektaren sumpfiges Ödland. Bereits beim Bau des Flughafens ab 1946 wurden mit Metalldetektoren über 150 Blindgänger aufgespürt und entfernt.

Nicht der letzte Blindgänger

Bis heute gelten entsprechende Vorsichtsmassnahmen, wie man von Seiten des Flughafens bestätigt. Vor Bauarbeiten in gefährdeten Bereichen, werde das Gebiet von Fachpersonen unter die Lupe genommen. «Im besagten Baufeld wurden die Blindgänger auch vorgängig geräumt. Dennoch bleibt ein Restrisiko vorhanden, wie dieser spezielle Fall zeigt», sagt Zöchling.

Es seien Vorbereitungsarbeiten für die Sanierung der Westpiste in zwei Jahren gewesen. Die Fundstelle der Granate lag gemäss Flughafensprecherin in einer grünen Fläche, «weit genug von der Piste 28 entfernt». Trotzdem habe man diese vorsorglich gesperrt. Weil sie an Werktagen eh nicht vor 7 Uhr benützt werde, habe es gestern deswegen aber keine messbaren Beeinträchtigungen des Betriebs gegeben.

Es dürfte nicht der letzte Blindgänger gewesen sein, der am Flughafen im Boden liegt. Änderungen punkto Sicherheitsvorkehrungen drängten sich jedoch nicht auf, «denn die Prozesse sind seit Jahren etabliert», sagt die Flughafensprecherin.

Erstellt: 24.06.2019, 11:21 Uhr

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