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Blumentröge statt Tempo 30

Tempo-30-Zonen in Nürensdorf seien nicht nötig, findet der Gemeinderat. Dies, obwohl Ingenieure zu einem anderen Ergebnis kamen.

In den Nürensdorfer Ortsteilen Birchwil und Oberwil dürfen Verkehrsteilnehmer auch in Zukunft mit 50 Kilometern pro Stunde durch die Quartiere fahren. Eine Mehrheit im Gemeinderat hat sich gegen die Einführung von flächendeckenden Tempo-30-Zonen entschieden. Dies geht aus einer Mitteilung der Behörde hervor.

Die Massnahme wäre angesichts der ländlichen Siedlungsstruktur unverhältnismässig, lautet die Begründung. Auf Anfrage erklärt Gemeindepräsident Franz Brunner, dass der Gemeinderat einerseits die Autofahrer nicht noch mehr behindern wolle. Und dass andererseits die Kosten zu hoch seien. Denn es genüge nicht, das neue Verkehrsregime zu signalisieren. «Es sind auch bauliche Massnahmen und Kon­trollen notwendig», sagt Brunner.

Am 21. August hatte die Behörde zusammen mit dem Effretiker Ingenieurbüro EWP AG an einem Informationsanlass das Ergebnis einer Verkehrssicherheitsanalyse vorgestellt. Die Ingenieure waren zum Schluss gelangt, dass die Birchwiler und Oberwiler Quartiere zwar nicht überall sicher seien, dass es aber trotzdem kein gravierendes Verkehrsproblem gebe. Die EWP empfahl daher die Einführung von Tempo-30-Zonen auf dem gesamten Gemeindegebiet («Landbote» vom 23. August).

Entgegen dieser Empfehlung hat sich der Gemeinderat nun aber anders entschieden. Sehr zum Unverständnis von Roger Neuenschwander, einem der Initianten, die den Gemeinderat mittels Schreiben dazu aufgefordert hatten, die Verkehrssicherheit zu überprüfen. Er verstehe nicht, weshalb die Behörde das Ansinnen «von vornherein abklemmt». Laut ihm müsste man eine Gemeindeversammlung dar­über entscheiden lassen.

Sichere Übergänge

Ganz untätig will der Gemeinderat aber nicht bleiben. Einige der Sicherheitsdefizite sollen mittels konkreter Massnahmen behoben werden. Als erste Priorität will die Behörde für Velofahrer und Fussgänger auf der Oberwilerstrasse sichere Übergänge schaffen und eine unübersichtliche Bushaltestelle umgestalten. Allerdings muss die Gemeindeversammlung allfällige Kredite zuerst bewilligen. Die Massnahmen können also frühestens ab 2014 umgesetzt werden.

Im Weiteren soll bei der Einmündung des Breitwegs in die Dorfstrasse eine Trottoirüberfahrt realisiert und die Fahrbahn verengt werden. Bei einer Trottoirüberfahrt haben Fussgänger Vortritt. Die Bauarbeiten haben gestern begonnen. Gleichzeitig wird auch der Belag des Breitwegs erneuert.

Unklar ist derzeit noch, wie dem Durchgangsverkehr auf der Birchwiler Dorfstrasse beigekommen werden soll. In einigen Jahren stehen Werkleitungs- und Belagsanierungen an. Dann sollen auch «flankierende Massnahmen» zur Beschränkung der Geschwindigkeit geprüft werden. «Ob das Blumentöpfe oder markierte Parkfelder sein werden, ist noch offen», sagt Brunner. Von einem Fahrverbot mit dem Zusatz «landwirtschaftlicher Verkehr gestatte» auf dem Teilstück zwischen Obholz- und Eigentalstrasse sieht der Gemeinderat ab. Dies, weil sich knapp 1000 Petitionäre bereits 2009 gegen eine Sperrung gewehrt hatten.

Anwohner Roger Neuenschwander lässt offen, ob er erneut aktiv werden will. Die geplanten Massnahmen beim Breitweg erachtet er als richtig. Diese genügten aber nicht, findet er. (neh)

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