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Bortoluzzi und Vogts Hirnlappen

Es sei ihm egal, dass SVP-Ständeratskandidat Hans-Ueli Vogt schwul sei, sagt Toni Bortoluzzi. Bei ihm tönte es schon mal anders.

SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi (oberes Bild) sorgte im letzten Sommer für fette Schlagzeilen, als er Homosexuelle öffentlich als «Fehlgeleitete» mit einem «verkehrt laufenden Hirnlappen» bezeichnete. Wichtige Parteiexponenten fanden das ziemlich daneben und forderten ihn zum Abdanken auf. Am letzten Sonntag überraschte Bortoluzzi mit einer ganz anderen Aussage, als ihn der «SonntagsBlick» um ein Statement zum SVP-Ständeratskandidaten Hans-Ueli Vogt (unteres Bild) bat. Der Zeitung hatte der Rechtsprofessor, der als Single lebt, seine sexuelle Orientierung offengelegt. Er sei schwul, bekannte Vogt. Bortoluzzi sagte dazu: «Das ist mir egal», Vogt sei ein hervorragender Kandidat.Will nochmals auf die Nationalratsliste Wie geht der damalige Hirnlappen-Spruch mit dem aktuellen Wohlwollen zusammen? «Beides stimmt», sagt der 68-jährige Nationalrat und Schreinermeister auf Anfrage. Das mit dem Hirnlappen habe er im Kontext zu Aussagen einer lesbischen Professorin gemacht, um klarzustellen, dass ihn die «Gleichmacherei» nerve. Die Worte mögen zwar, wie Vogt fand, derb gewe­sen sein, aber Homo- und Hetero­sexu­el­le seien nun mal nicht das Gleiche. «Die Ungleichheit muss man akzeptieren», findet Bortoluzzi. Er habe nichts gegen Schwule und Lesben. Ein unterdessen verstorbener Schwuler habe zu seinen besten Freunden gezählt. «Dass Vogt schwul ist, wusste ich längst, aber es ist mir tatsächlich egal.» Gesundheitspolitiker Bortoluzzi würde übrigens gern noch einmal auf die SVP-Nationalratsliste, wie er zugibt. Er braucht dazu aber die Zweidrittelmehrheit des Parteivorstandes. Ob er sie bekommt, ist ungewiss.

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