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Brahms-Haus: Es wird teuer für Stefanini

Das Haus, in dem einst Brahms komponierte, soll wieder in barocker Pracht erstrahlen. Für den Besitzer geht das ins Geld, nicht aber für die Stadt, heisst es.

Es schien eine endlose Geschichte zu sein. Viele Jahre zankten Bau­polizei, Denkmalpflege und der Eigentümer um die Geschicke des historischen Hauses «Zum Schanzengarten» am Heiligberg. «Heimatschutz verliert Geduld», titelte der «Landbote» – im Jahr 2000. Der Besitzer habe zugesichert, die nötigen Arbeiten innert einer «sehr kurzen Frist» vornehmen zu lassen, wird der damalige wie heutige Bau­polizeichef Fridolin Störi im Text zitiert. Doch Bruno Stefanini unternahm nichts. Die Wende brachte erst die Unterschutzstellung des 270-jährigen Hauses. Vor knapp zwei Jahren wurde das Gebäude, eines der ältesten Bürger­häuser ausserhalb der Altstadt, in den Rang eines Denkmals erhoben. Damit schuf der Stadtrat die Grund­lage für eine sogenannte Ersatzvornahme. Bei dieser Massnahme ordnet die öffentliche Hand Arbeiten an und schickt dem Eigentümer die Rechnung. Die umfangreichen Renovationsarbeiten, die jetzt durchgeführt werden, hat jedoch die Terresta AG, Stefaninis Immobilienverwaltung, in Auftrag ge­geben. Mobiliar, Pavillon und Garten Nach der Instandstellung des lecken Daches und der Bekämpfung des Pilzbefalls im Innern hat das an der Büelrainstrasse stehende Haus mittlerweile einen neuen Verputz erhalten. Im Moment werden unter anderem die profilierten Sandsteinfassungen der Fenster renoviert. Auch das Mobiliar wird in Stand gestellt. Dazu gehören wertvolle Kachelöfen, etwa ein zwei­geschossiger Turmofen aus dem 18. Jahrhundert, historische Türen sowie die aus der Bauzeit stammende Stuckdecke im Festsaal. Auch die barocke Garten­anlage soll dem Vernehmen nach wiederhergestellt werden. Ein­gerüstet sind neben dem Landhaus auch die Überreste des ein­gestürzten Gartenpavillons, der offenbar neu erbaut werden soll. Zu den budgetierten Kosten ist nichts bekannt. Es handelt sich sicherlich um mehrere Hunderttausend Franken. Nun, da das Haus unter Denkmalschutz steht, ist auch die Stadt in der Pflicht. 35 Prozent des denkmalpflegerisch bedingten Mehraufwands muss die öffentliche Hand dem Eigentümer entschädigen. Dieser Mehraufwand sei «sehr gering», versichert Baupolizist Störi. Die hohen Kosten seien in erster Linie dadurch bedingt, dass das Haus über längere Zeit nicht unterhalten worden sei. «Und für Häuser, die schlecht unterhalten werden, gibt es keine Beiträge der Denkmalpflege.» Als Beispiel für einen möglichen denkmalpflegerisch verursachten Mehr­aufwand nennt Störi den speziellen Kalkverputz, der anstelle eines nor­malen Verputzes verwendet wird. Da der «Schanzengarten» mittlerweile zu einem kantonalen Schutzobjekt auf­gestuft worden ist, werde sich auch die Frage nach einer Kostenübernahme durch den Kanton stellen. Bislang sei von Stefanini kein Gesuch um eine anteilige Kosten­übernahme eingetroffen, berichtet Störi, jedoch sei ein solches Begehren zu erwarten. Baustadträtin Pearl Pedergnana (SP) hatte vor knapp zwei Jahren geäussert, dass sie kein Beitragsgesuch erwarte: «Der Steuerzahler wird nicht zahlen müssen.» Wie schon in der Vergangenheit weist man bei der Stadt auf die gute Zusammen­arbeit mit Bruno Stefanini hin. «Absolut reibungslos» verlaufe diese, sagt Störi. Die Wünsche der Denkmalpflege würden entgegengenommen. Natürlich gebe es Diskussionen, doch habe man sich bisher immer einigen können. «Ein völlig normaler Ablauf.»

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