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Bringolf springt für Kindle ein

Schon ab sofort und nicht erst nächste Saison stösst Aurel Bringolf von GC Amicitia zu Pfadi. Der Nationalgoalie springt für Simon Kindle ein, der sich an der Hüfte operieren lassen muss.

«Mein ständiger Begleiter» seien die Hüftbeschwerden in letzter Zeit gewesen. Simon Kindle verspürte Schmerzen, blieb in der Beweglichkeit eingeschränkt und hielt sich regelmässig in der Therapie auf. Jetzt war aus medizinischer Sicht der Zeitpunkt gekommen, der eine Operation unumgänglich machte, um chronische Beschwerden und Folgeschäden noch vermeiden zu können. «Fünf vor zwölf» sei es, meint Kindle. Nächste Woche wird der 21-jährige Pfadi-Torhüter in Zürich operiert. Auch Kindles Teamkollege Joël Tynowski (19) musste eine angeborene Fehlstellung der Hüfte operativ behandeln lassen. Vielleicht geschah das bereits zu einem zu späten Zeitpunkt, denn der sehr talentierte Rechtsaussen konnte seit Mai 2012 kein Spiel mehr bestreiten. Joël Tynowski muss zunächst einmal im Alltag völlig beschwerdefrei leben können; erst dann ist allenfalls an ein Comeback zu denken. Auch Yellow-Kreisläufer Gaudenz Huwiler fällt derzeit wegen der Hüfte aus. «Eine verrückte Häufung solcher Fälle», sagt Pfadi-Geschäftsführer Sacha von der Crone. Im Prinzip eine zufällige Häufung. An einer Überbelastung im Training mag es nicht zwingend liegen. Aber klar ist: Bei Spitzensportlern, die viel trainieren, machen sich Fehlstellungen schneller bemerkbar als bei Leuten mit «normaler» Belastung. «Und der Betonboden der Eulachhalle ist der Gesundheit der Gelenke sicher auch nicht förderlich», ergänzt von der Crone. Würde man im Alter von 16 Jahren die Hüfte röntgen, dann wären allfällige Fehlstellungen ersichtlich. Nur bleibt die Frage: Wer lässt sich operieren, wenn noch keine Beschwerden aufgetreten sind? Nach der Operation an beiden Hüftgelenken dürfte Kindle für vier Monate ausfallen. Offenbar liegt die Chance bei 90 Prozent, dass er wieder Spitzensport betreiben kann. Damit wäre er nächste Saison einsatzbereit. Unabhängig davon ist Pfadi dran, einen dritten Torhüter zu verpflichten. «Ich möchte unbedingt wieder spielen», sagt Kindle. «Vielleicht kommt alles gut und ich werde noch beweglicher.» Die sinnvollste Variante Noch länger mit Kindles Operation zu warten, kam nicht in Frage. Mit Altmeister Martin Pramuk alleine konnte man den Rest der Saison, in der Pfadi um die Titel in Meisterschaft und Cup kämpft, nicht angehen. Einen «fremden» Torhüter für die kommenden drei Monate zu verpflichten, wäre mehr ein Risiko denn ein Erfolgsgarant gewesen. Deshalb stellte Aurel Bringolf die naheliegendste und sinnvollste Variante dar. Der 26-jährige Nationaltorhüter, zuletzt in der WM-Qualifikation die Schweizer Nummer 1, hatte vor drei Wochen einen Zweijahresvertrag mit Pfadi unterschrieben – mit Beginn ab nächster Saison. Durch Kindles Operation wechselt er bereits jetzt von GC Amicitia, von einem Klub, der zwar in der Abstiegsrunde antritt, aber nicht in realistischer Gefahr ist, seinen Platz in der NLA zu verlieren. Möglich wurde der sofortige Transfer, weil Bringolfs Vertrag mit GC Amicitia eine Klausel enthält, die ihm einen Ausstieg ermöglicht – allerdings nur gegen Entgelt. «Und so starteten wir in unserem Umfeld einen Sondereffort», sagt von der Crone, um die Ablösesumme für Bringolf aufzutreiben. Das Geld kam zusammen, «ohne unser Budget zu belasten». Kindle wird morgen Mittwoch im Heimspiel gegen Wacker Thun seinen letzten Einsatz in dieser Saison leisten. Bringolf, der sich gestern bereits am Pfadi-Training beteiligte, ist im übernächsten NLA-Match am 22. Februar auswärts gegen den BSV Bern zum ersten Mal spielberechtigt.

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