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Britische Bankenaufsicht ebnet Weg für Klagen wegen Zinswetten

Der Verkauf komplexer Zinswetten an Mittelständler könnte die britischen Grossbanken teuer zu stehen kommen. Die Finanzaufsicht FSA kam zum Schluss, dass die Institute in mehr als 90 Prozent der untersuchten 173 Fälle zumindest in einem Punkt gegen die Vorschriften verstossen hatten.

Die FSA erklärte am Donnerstag, das werde in einem Grossteil der Fälle dazu führen, dass die Banken Schadenersatz an ihre Kunden zahlen müssten. Sie müssen nun mit einer Klagewelle rechnen. Derivate-Experten halten Schadenersatzforderungen von mehreren Milliarden Pfund für möglich.

Die FSA kündigte an, die Falschberatungen nun flächendeckend untersuchen zu wollen. Auch die betroffenen Banken Barclays, HSBC, Lloyds, RBS und Santander begännen nun mit eigenen Nachforschungen und gingen von selbst auf die Kunden zu.

Die Banken hatten die Zinsswaps an kleine und mittlere Unternehmen verkauft, die sich gegen Zinsschwankungen absichern wollten. Weil sich die Marktzinsen aber nicht entwickelten wie erwartet, blieben die Mittelständler auf hohen Verlusten sitzen. Auch für ihren Ausstieg aus den kostspieligen Geschäften hielten die Banken noch einmal die Hand auf.

Auch in der Schweiz, in Deutschland und Italien hatten Banken solche riskanten Zinsprodukte ebenfalls an Kommunen und Firmen verkauft, bei denen letztlich die Bank gegen ihre Kunden wettete. Die Grossbank UBS wurde Mitte Dezember von einem Gericht in Mailand des schweren Betrugs für schuldig befunden und muss deshalb eine Busse in der Höhe von 16,5 Mio. Franken zahlen.

Die UBS hatte - zusammen mit anderen Instituten - Derivate an die Stadt Mailand verkauft. Mit diesem Papieren wollte die Stadt die Zinslast auf ihre Schulden reduzieren. Doch letztlich kosteten sie die Zinsswaps Millionen, weil die Banken die Stadt beim Verkauf der komplexen Wertpapiere vorsätzlich getäuscht hatte.

(sda)

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