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Bürgerinitiative fordert Stopp von Bewaffnung in Damaskus

Die Bewohner eines Vorortes von Damaskus stemmen sich mit aller Macht gegen ein Übergreifen des Bürgerkrieges auf ihr Stadtviertel. Ziel sei ein friedliches Zusammenleben in guter Nachbarschaft.

In einer Erklärung, die in dem rund 300'000 Einwohner zählenden Stadtteil Dscharamana in der Nacht zum Donnerstag verbreitet wurde, heisst es weiter: "Alle mit Bewaffneten besetzten Strassensperren der sogenannten Volkskomitees im Viertel und an den Ausfallstrassen sollen verschwinden. Die derzeit laufende Bewaffnung der Bewohner des Viertels soll gestoppt werden."

Anders als in anderen Vierteln der syrischen Hauptstadt, in denen entweder vorwiegend Sunniten, Alawiten oder Christen leben, wohnen in Dscharamana Angehörige verschiedener Konfessionen. Die grösste Gruppe bilden die Drusen. Doch es gibt auch Angehörige der verschiedenen Ostkirchen, ausserdem einige irakische Flüchtlinge, Palästinenser, Ismailiten, Alawiten und Armenier.

Das Rückgrat des Aufstandes gegen das Regime des alawitischen Präsidenten Baschar al-Assad bildet die Bevölkerungsmehrheit der sunnitischen Araber. Das Regime stützt sich bei der Unterdrückung des Aufstandes vor allem auf alawitische Offiziere. Einige wenige Alawiten stehen jedoch aufseiten der Revolutionäre.

Die Kämpfe zwischen der syrischen Armee und den Revolutionsbrigaden haben sich am Donnerstag auf die Grossstädte Damaskus und Aleppo konzentriert. Bis zum Mittag zählten die Regimegegner 55 Tote, darunter zehn Männer, deren Leichen im Damaszener Stadtteil Kafr Susa gefunden wurden.

Die Männer seien nicht im Kampf gefallen, sondern in Gefangenschaft getötet worden, hiess es. Die Gegner von Präsident Assad veröffentlichten zudem ein Video aus der Provinz Idlib. Es zeigt ihren Angaben zufolge mehrere Soldaten, die wie Assad der Minderheit der alawitischen Muslime angehören. Sie sollen von den Aufständischen an einer Strassensperre nahe der Ortschaft Kafr Nabl überwältigt worden sein.

Die Kämpfe fielen mit dem Rückzug der letzten UNO-Beobachter zusammen, deren Mandat wegen der Eskalation der Gewalt nicht erneuert worden war. Deren Chef und weitere Mitglieder wollten Damaskus am Donnerstag verlassen.

In Ankara kamen Experten der Türkei und der USA zu Beratungen über Syrien. Die Bildung der türkisch-amerikanischen Arbeitsgruppe war beim Besuch von US-Aussenministerium Hillary Clinton vor knapp zwei Wochen in der Türkei vereinbart worden war.

Das türkische Aussenministerium erklärte am Donnerstag, über die Themen werde öffentlich nicht gesprochen. Nach Angaben von Diplomaten ging es bei dem Treffen unter anderem um mögliche Reaktionen für den Fall, dass das syrische Regime die Chemiewaffen des Landes aus den Depots holt oder gar gegen die Opposition einsetzt.

Die Türkei hatte zuletzt erneut Vorbereitungen für die Einrichtung einer Schutzzone auf syrischer Seite der Grenze gefordert, um dort Vertriebene Syrer in ihrem eigenen Land zu versorgen.

(sda)

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